Gruissan, Croissants und Macarons – zwei Wochen purer Genuss đŸ‡«đŸ‡· – Part 2

Nachdem ihr letzte Woche Part 1 bekommen habt, geht es heute mit Part 2 unseres Reiseberichts aus SĂŒdfrankreich weiter – natĂŒrlich wie immer unbeauftragt und unbezahlt 😉 Wir finden das Salz fĂŒr die Suppe, besichtigen eine echte Ritterburg und verausgaben uns beim Karaoke.

Irgendwann kam zum GlĂŒck die Hauptstraße in Sicht und mit ihr unsere Snack-Oase: ein von außen etwas schĂ€big wirkender Laden mit angeschlossener Frischetheke. Wir bewunderten die Auswahl regionaler SpezialitĂ€ten (und Außergewöhnlichkeiten wie Kiwi-Marmelade!) und deckten uns mit den besten und snackbarsten Dingen ein. Unter anderem eine Melone. Ja. Eine Melone. 

Außerdem natĂŒrlich einen Sack unserer geliebten Aprikosen (es gab einfach zu viele die uns angelacht hatten) und ein Snickers-Eis. Und dann erreichten wir die Frischetheke! Dort filterten wir unsere Favoriten heraus: Anchovis (eingelegte Sardellen), Mousse au Chocolat (in Frankreich ein Muss) und Banoffee (KekskrĂŒmel, Bananen, Sahne und Karamell, aufgetĂŒrmt zu einem Berg des Genusses).

Dieses Picknick hatte es verdient, an einem schönen Ort verspeist zu werden. Also wanderten wir ein paar Meter weiter an die Wasserkante und ließen uns dort auf der Mauer nieder. Am kleinen Stadtstrand genossen schon einige Menschen die Mittagssonne. Das Wasser war dort sehr flach und ruhig und man hatte eine gute Aussicht auf die kleine Insel kurz vor der KĂŒste, auf der sich eine Schar Möwen niedergelassen hatte.

Das Einzige, das etwas störte, waren die Windböen, die ab und zu durch unsere Haare fuhren und dazu fĂŒhrten, dass wir uns auf jede flattrige TĂŒte und Serviette setzen mussten, damit wir nicht zu Umweltverschmutzern wurden. #Nachhaltigkeit đŸŒ±

Nachdem wir uns gestÀrkt hatten, konnte das Abenteuer weitergehen. Auf dem Weg ins Stadtinnere passierten wir den mit Palmen gesÀumten Hafen.

Als wir weitergingen, entdeckten wir einen versteckten Pfad eine schmale steinerne Treppe hinaus, der natĂŒrlich erkundet werden musste. Oben erwartete uns ein lĂ€ndliches Idyll mitten in der Stadt, das uns eine fantastische Aussicht bescherte. Neben einer antiken Ofen-Anlage fanden wir dort auch noch einen ausgedienten Brunnen, alles gesĂ€umt von knorrigen BĂ€umen und dem typisch vertrockneten Gras. Es war traumhaft 😀

Der verwunschene Abstieg

Nach der Entdeckungstour ĂŒber den DĂ€chern Gruissans dĂŒrstete es uns nach etwas Erfrischendem. Im Schatten der Burg lockte uns ein kleines CafĂ©, das frisch zubereitete SĂ€fte und Smoothies anbot. Klar, dass wir da zuschlagen mussten!

Mit den sĂŒĂŸen Saftmischungen ließ sich der weitere Weg gut bestreiten. Nur wenige Schritte weiter wurden uns die Becher allerdings fast aus der Hand geweht. Denn auf der BrĂŒcke zwischen Lagune und Ozean herrschte der bisher schlimmste Wind dieses Urlaubs und drohte, uns in den Fluten zu versenken.

Doch wir stemmten uns mit aller Macht dagegen und schafften es letztendlich zum rettenden Ende der BrĂŒcke. Von da an war es auch nur noch ein Katzensprung bis sich die ersten rosafarbenen Wasserbecken der Salinen in unser Sichtfeld schoben. Zuerst wirkte es, als könnte man als Tourist gar nicht nĂ€her dran, doch dann fanden wir den Shop und angrenzend einen Steg der bis aufs Wasser reichte und uns eine faszinierende Aussicht bescherte:

Nachdem wir einige Erinnerungsfotos geschossen hatten


…betraten wir auch den Shop und somit begann das Elend unserer Geldbörsen.

Wir reckten die NĂ€schen und schnupperten die salzige Luft, atmeten tief die GewĂŒrze ein und nahmen uns viel Zeit, um die fĂŒr uns perfekten Sorten rauszusuchen. Wir suchten das Salz fĂŒr unsere Suppe – und fanden es auch. Achtmal. Basilikum, Knoblauch, Zitrone, Fenchel, sĂŒĂŸe Paprika, Rosmarin, Schalotte und Kakao. Letzteres vielleicht nicht fĂŒr Suppen, sondern eher fĂŒr’s MĂŒsli 😉

Jetzt, wo wir schon viel Zeit hatten, es auch im Essen zu probieren, können wir euch nur empfehlen, wenn ihr mal in der Gegend seid, auch dort vorbeizuschauen!

FĂŒr einen der folgenden Tage stand dann noch ein ganz besonderer Ausflug auf dem Plan. Ein Besuch der grĂ¶ĂŸten Festungsanlage Europas. Vielleicht ist euch der Name ja ein Begriff (es existiert sogar ein gleichnamiges Spiel): CARCASONNE!

Bevor wir die Wege entlang der Mauern erkundeten, schlenderten wir durch die GĂ€sschen der Altstadt im Inneren der Festung – dank unseres großartigen Orientierungssinns zum Teil auch mehrmals. 

Wir bummelten durch die verschiedenen LĂ€den bis wir den Verlockungen nicht mehr widerstehen konnten und in einer Patisserie zuschlugen. Wir kauften eine Auswahl köstlicher Kekse, die wir untereinander probierten. Jule hat sich sogar noch einen Rest davon fĂŒr ganz schlechte Zeiten aufbewahrt 😉

Mit vollem Bauch wurde es Zeit fĂŒr einen Verdauungsspaziergang raus aus dem Touristentrubel.

Wir fĂŒhlten uns wie die Starks auf Winterfell – die Herren unserer eigenen Burg 🏰 Doch selbst Burgherren und -frĂ€uleins brauchen ab und zu eine Verschnaufpause und so kam es, dass wir uns einen Innenhof suchten und dort Rast machten. Wir hatten uns einen sehr schönen Platz ausgesucht: unter einem dichten, grĂŒnen BlĂ€tterdach und im Schatten der altehrwĂŒrdigen GemĂ€uer. Dort tankten wir mithilfe von ErfrischungsgetrĂ€nken neue Energie bevor wir weiterzogen. 

Es war beeindruckend, was fĂŒr eine große Stadt innerhalb der Festungsmauern schlummerte und wir entdeckten immer wieder neue Ecken. So gelangten wir auch zur Kathedrale Saint-Michel:

Ein eindrucksvolles GebĂ€ude, innen wie außen, vor allem die kunstvoll gestalteten Buntglasfenster, die wir ebenso bewunderten wie das Kerzenmeer.

Daneben gab es aber auch ganz normale WohnhĂ€user, was uns fast noch mehr faszinierte, denn wie cool wĂ€re es bitte, mitten in einer Festung zu leben?! 😀

Erst wollten wir gerne noch bis in die Abendstunden vor Ort bleiben, um die Burg im Dunkeln und beleuchtet zu sehen, aber letztlich gab es dort doch zu wenig zu tun, weswegen wir uns auf den RĂŒckweg machten und stattdessen unserer Pizzeria vor Ort – liebevoll ‘Bretterbude’ genannt – noch einen Besuch abstatteten. 

Dort sollte eines Aufstellers zufolge ein 80s-Abend stattfinden – den wollten wir uns nicht entgehen lassen. Als wir dann aber ankamen und es uns gerade im Lounge-Bereich bequem gemacht hatten, stellten wir fest, dass es sich um einen rein französischen 80s-Abend handelte, und wir so gut wie kein Lied kannten.

Nach unserem ersten GetrĂ€nk ĂŒberlegten wir erst, ob wir den Abend nicht lieber auf der eigenen Terrasse mit der eigenen Musik ausklingen lassen sollten, beschlossen dann aber doch, noch etwas zu bleiben. Eine gute Entscheidung! Denn zum einen performte das Live-Duo auch noch ein paar neuere international bekannte Hits, wie zum Beispiel Stromaes ‘Alors on Danse’, und zum anderen wurden unsere Nachbarn aufgeschlossener und es entwickelten sich lustige GesprĂ€che (auch daher rĂŒhrend, dass sie Franzosen mit geringen Deutschkenntnissen und wir Deutsche mit geringen Französischkenntnissen waren).

Ebenso lustig war Chiaras Cocktail-Attentat auf Jule, als sie nicht nur mit dem Glas anstieß, sondern es ein kleines StĂŒck zu weit neigte und den Inhalt ĂŒber Jules Beine verschĂŒttete. GlĂŒck im UnglĂŒck: Chiaras Mutter hat den spektakulĂ€ren Moment fotografisch fĂŒr die Ewigkeit festgehalten 😀

FĂŒr den Rest des Abends hatten wir dann aber keinen Privatfotografen mehr, denn Chiaras Eltern verabschiedeten sich in Richtung Bett. Deshalb mĂŒssen wir euch umso bildhafter davon erzĂ€hlen 😉

Als die Musik dann irgendwann vom Band kam und immer mainstreamiger wurde, eroberten nach und nach immer mehr GĂ€ste die TanzflĂ€che. Nach anfĂ€nglichen Hemmungen unsererseits brachen dann aber Ed Sheeran und Elton John endgĂŒltig das Eis und wir stĂŒrmten sie ebenfalls. Im Laufe des Abends (oder fast schon der Nacht) kamen dann sogar noch unsere All-Time-Favourites ‘Karma Chameleon’ und ‘Cotton Eye Joe’, zu denen eine Art Polonaise gestartet wurde, die ĂŒber die ganze Breite der Straße ging und auch das CafĂ© gegenĂŒber integrierte. 

Und als EntschĂ€digung dafĂŒr, dass Jules Glas versehentlich halbvoll abgerĂ€umt wurde, spendierte der nette Kellner jedem von uns noch ein GetrĂ€nk aufs Haus. Ein rundum gelungener Abend 😀

Doch als wir wenig spĂ€ter erschöpft in unseren Betten lagen, begann das Drama. Ein penetrantes Summen durchbrach die nĂ€chtliche Stille und setzte sich in unseren Ohren fest. Wenn es etwas gab, das uns selbst bei grĂ¶ĂŸter MĂŒdigkeit vom Einschlafen abhielt, dann waren es MĂŒcken! 

Chiara war ohne ihre Kontaktlinsen hilflos und verkroch sich jammernd unter der Bettdecke, weshalb Jule den Helden spielen musste. Energisch sprang sie im Bett auf und suchte fieberhaft die WĂ€nde mit ihren Blicken ab. Viele Versteckmöglichkeiten hatte das Insekt hier eigentlich nicht. Und als es sich dann kurz darauf in ihrer Reichweite niederließ, ergriff sie die Chance und schlug zu. Mit Fingerchen, mit Fingerchen, mit flacher, flacher Hand. Ein Schlag – ein Knall – ein Treffer. Boom, Triumph! đŸ’Ș Der Stolz stand ihr ins Gesicht geschrieben. 

Doch leider hatte sie nicht bedacht, dass auf der anderen Seite der papierdĂŒnnen Wand Chiaras Eltern durch den ohrenbetĂ€ubenden LĂ€rm senkrecht im Bett standen. An dieser Stelle nochmal eine Entschuldigung


Aber immerhin konnten dann danach alle schlafen đŸ€·

Nach einer letztendlich doch noch erholsamen Nacht stand am nĂ€chsten Morgen Marktforschung an. Aber nicht so wie ihr euch das jetzt vielleicht vorstellt 😀 

Los ging es gleich bei uns um die Ecke am Supermarkt hinter der Lagune. Dort stellten regelmĂ€ĂŸig regionale HĂ€ndler ihre StĂ€nde auf und priesen ihre Ware an: GewĂŒrze, ArmbĂ€nder, Obst und GemĂŒse, luftige Kleider, Porzellan
 alles mögliche!

Das Ganze wĂ€re in 5 Minuten abgehandelt gewesen – wĂ€ren wir nicht am Schmuckstand hĂ€ngengeblieben. Und so begann die Tortur von Chiaras Vater. Denn bei der großen Auswahl dauerte es etwas bis jeder die fĂŒr ihn perfekte Kombination gefunden hatte. Mit maximal verschönerten Handgelenken waren wir schließlich zufrieden und konnten weiterziehen.

Der Rest des Marktes war schnell erforscht, sodass wir uns ins Auto schwingen und dem grĂ¶ĂŸeren Markt im Stadtzentrum von Gruissan nochmal einen Besuch abstatten konnten. 

Genau wie beim letzten Mal zog uns das Marktgeschehen direkt in seinen Bann und wir tauchten im bunten Treiben unter. Ihr erinnert euch vielleicht noch an unseren Marktbesuch am ersten Tag, als Jule der perfekte TraumfĂ€nger ins Auge fiel, sie aber noch abwĂ€gen wollte und ihn nicht kaufte? Tja, jetzt bereute sie diese Entscheidung. Denn obwohl der Stand schon in Sichtweite kam, war von ihrem auserkorenen TraumfĂ€nger nichts zu sehen. Panik. TatsĂ€chlich war er auch bei nĂ€herer Betrachtung unauffindbar und Jule musste einsehen, dass sie mit ihrem Zögern einen großen Fehler begangen hatte.

Jetzt hieß es Schadensbegrenzung und weitersuchen. Den ersten Trost boten die kleinen bunten Highlights der französischen Patisserie – Macarons.

Nachdem Chiara schon beim ersten Marktbesuch verzweifelt und vergeblich nach ihnen gesucht hatte, schoben sie sich jetzt plötzlich in unser Sichtfeld. Als wir etwas ĂŒberwĂ€ltigt vor der großen Auswahl standen (alles von Himbeer bis Lakritz) reichte uns die nette Macaron-Madame kleine ProbierstĂŒcke – Kaufköder, ganz sicher! Aber wir verfielen ihr sofort. Außerdem – wer wusste schon wann sie das nĂ€chste Mal auf dem Markt auftauchen wĂŒrde? Wir beschlossen, die Gunst der Stunde zu nutzen und alle Sorten durchzuprobieren: “Einmal alles bitte.” 😀

Sie kam diesem Wunsch nur zu gerne nach und packte unser buntes Sortiment in eine Schachtel. Mit diesem Schatz in der Tasche zogen wir weiter. 

Jules TraumfĂ€nger-TrĂŒbsal war wie weggeblasen. Und doch fand sie in einer der kleinen Boutiquen noch einen weiteren Trost-Artikel: ein filigranes Armkettchen, das dem Preis nach zu urteilen aus purem Gold bestand.

Sie hatte aus ihren Fehlern gelernt und zögerte dieses Mal nicht. 3, 2, 1 – meins. Und Jule strahlte. 

Auch Chiara fand in der Altstadt noch etwas Schönes. Und leckeres. Im GeschĂ€ft einer Zuckermanufaktur entschied sie sich zwischen all den sĂŒĂŸen Verlockungen fĂŒr eine Dose bunter Bonbons – handgemacht und köstlich.

Ebenso bunt war der Stand mit den verschiedensten GewĂŒrzen, die man sich selbst zusammenstellen konnte. Die einzigartige Duftmischung lockte uns schon von Weitem – die perfekte ErgĂ€nzung zu unserer Salz-Ausbeute.

Der Herr hinter der Theke nahm unsere Bestellungen gerne entgegen und wog sie professionell auf einer altmodischen Balkenwaage ab. 

Voll beladen mit unseren Errungenschaften kehrten wir zum Auto zurĂŒck – bereit fĂŒr die Weiterfahrt. An der KĂŒste entlang ging es nach Saint-Pierre-la-Mer, wo uns der nĂ€chste Markt erwartete.

Hier gab es zwar auch einige LebensmittelhĂ€ndler, die neben Obst und GemĂŒse auch ganze Schinken anboten, aber leider ĂŒberwogen seltsame StĂ€nde mit Touristenkitsch, billigen Klamotten und allgemeinem Tinnef. Darunter auch ein Stand mit TraumfĂ€ngern. Wir waren so aufgeregt, dass da vielleicht der TraumfĂ€nger bei sein könnte, dass wir den schnellsten Weg dorthin einschlugen. Und der fĂŒhrte nun mal von der Seite ins Verkaufszelt.Dass das so von der VerkĂ€uferin nicht gewĂŒnscht war, konnten wir ja nicht ahnen
 Und als sie, selbst nachdem wir uns mehrfach entschuldigt hatten und versuchten, ihr die Situation mit HĂ€nden und FĂŒĂŸen zu erklĂ€ren, immer noch unfreundlich wirkte und sie Jules Traum-TraumfĂ€nger offenbar eh nicht im Sortiment hatte, duckten wir uns zurĂŒck in den Trubel und brachten so viel Abstand wie möglich zwischen uns und die gruselige Frau.

Nach diesem unangenehmen Erlebnis achteten wir penibel auf die richtigen Laufwege und landeten so vor der mobilen BĂ€ckerei eines netten Herren, der uns gleich ProbierstĂŒcke seiner Backkunst anbot.

Nur ein Bissen und wir wussten – hier wĂŒrden wir viel Geld lassen (mal wieder). Seine Mandelmakrönchen in verschiedenen Sorten waren einfach göttlich. Da eine Entscheidung zu treffen fiel uns sehr schwer, aber da wir ja nicht wieder einfach alles nehmen konnten, beschrĂ€nkten wir uns auf die faszinierendsten Geschmacksrichtungen und verließen mit vollen Taschen das Mandelmekka.

Den Rest des Tages ließen wir gemĂŒtlich am Strand ausklingen, bevor wir in der aufkommenden DĂ€mmerung unsere Strandmeisterschaften austrugen. 

Mitten in einer spannenden Boulepartie entdeckte Chiara ein kurioses Licht am Horizont. Erst dachte sie, es wĂ€re nur ein Schiff, aber als es immer grĂ¶ĂŸer wurde, machte sie auch die Anderen darauf aufmerksam und gemeinsam beobachteten wir, wie sich der Mond majestĂ€tisch ĂŒber dem Meer erhob. 

Sonst hatte man den Mond auch tagsĂŒber immer schon am Himmel stehen sehen und wir Astronomiebanausen konnten uns nicht wirklich erklĂ€ren,warum es jetzt anders war. Aber dieser Mondaufgang war ein ziemlich cooler Moment. Leider war das Licht, das der Mond ausstrahlte zu immens, um von einer Kamera eingefangen zu werden. Darum können wir euch hier ausnahmsweise mal nicht mit Fotos dienen. 

Diese laue Sommernacht war wie dafĂŒr gemacht, auch die Nacht noch draußen zu verbringen und den Mond zu bewundern. Deshalb beschloss Jule kurzerhand, auf einer der Liegen auf der Terrasse zu nĂ€chtigen. Von allen NĂ€chten des Urlaubs war diese mit Abstand die besonderste. Mit unzĂ€hligen Sternen ĂŒber ihr, Meeresrauschen im Hintergrund (statt Chiaras Schnarchen 😉 ) und einer leichten Brise, die den betörenden Duft der Pinien herĂŒberwehte schlief es sich einfach traumhaft.

Nacht unter Sternen

Doch am nĂ€chsten Morgen sollte die Idylle ein jĂ€hes Ende nehmen, als Jule unsanft aus dem Schlaf gerissen wurde. Chiara weckte sie mit einem Wasserstrahl ins Gesicht. Und schon begann eine schonungslose Wasserschlacht. Wir duckten uns hinter Mauern, tĂ€nzelten ĂŒber die heißen Fliesen und sprangen von Stein zu Stein, wĂ€hrend wir versuchten, dem Geschoss des Anderen auszuweichen. 

Nach dieser Aufregung verbrachten wir den Rest des Tages entspannt am Strand und standen nur auf, wenn es zu heiß wurde und wir eine AbkĂŒhlung im Meer brauchten. Es war auch gut, dass wir unsere KrĂ€fte sparten, denn am Abend stand wieder Programm an. Wir wĂŒrden dem Gruissaner Hafen einen Besuch abstatten und dort die weltbesten Churros essen. 

Doch bevor es zu den abendlichen GenĂŒssen ĂŒberging, nutzten wir die Hafenpromenade fĂŒr erneute ShoppingstreifzĂŒge. Ein Laden hatte es uns besonders angetan – Jule wegen der Klamotten, Chiara, weil sie mit ihrem Französisch angeben konnte 😀 

WĂ€hrend Jule also Outfit um Outfit anprobierte und Chiara dabei auf deutsch Bericht erstattete, war die junge VerkĂ€uferin sehr verwirrt. Denn aus Jules lebhafter Schilderungen schnappte sie einzelne Wörter auf, die sie verstand. Zum Beispiel ‘KĂ€se’. Zu erklĂ€ren, warum gerade dieses Wort in diesem Kontext fiel wĂŒrde hier jetzt den Rahmen sprengen 😉 Aber von da an ĂŒbersetzte Chiara nach bestem Wissen und Gewissen Jules Bewertungen und unterhielt so den ganzen Laden.

Mit dieser TĂ€tigkeit ausgelastet, kaufte Chiara dort nichts, aber Jule wurde bei ihrer Anprobe gleich mehrfach fĂŒndig.

Zur Belohnung fĂŒr diese Shopping-Strapazen 😉 wollten wir danach den Stand mit den eben erwĂ€hnten weltbesten Churros aufsuchen, doch das gestaltete sich als etwas schwierig – denn wir konnten ihn nicht finden. Obwohl Chiara und ihre Eltern genau wussten, wo er eigentlich sonst immer gestanden hatte.

Nach lÀngerer Suche mussten wir traurigerweise einsehen, dass der Stand wohl nicht mehr existierte und wir uns unsere Dosis Zucker und Fritteusenfett woanders holen mussten.

Die Ersatz-Churros waren aber auch nicht schlecht. TatsĂ€chlich hĂ€tten Chiaras Eltern sie sogar fast als besser als die anderen bezeichnet – wenn Chiara ihnen nicht in letzter Sekunde ĂŒber den Mund gefahren wĂ€re 😀 So hatte der Abend trotz Churro-Zitterpartie doch noch ein zufriedenstellendes Ende. 

Am nĂ€chsten Morgen, wĂ€hrend Chiaras Vater einkaufen war, entfĂŒhrte Chiaras Mutter uns zu einer berĂŒhmten Filmkulisse – den StelzenhĂ€usern (pilotis) am Rande der Stadt. Okay, berĂŒhmt war vielleicht etwas ĂŒbertrieben, aber immerhin wurde hier in den 80er Jahren Betty Blue – 37,2 Grad am Morgen gedreht – vielleicht kennen den ja die echten Cineasten unter euch 😉

Das erste Stelzenhaus entdeckten wir schon gleich neben dem Parkplatz:

Diese kleine BibliothĂšque ist eine Art BĂŒcherschrank wie wir sie auch hierzulande kennen und bestimmt praktisch fĂŒr diejenigen, die ihre StrandlektĂŒre im Ferienhaus vergessen haben.

Gleich danach kamen aber auch schon die ersten ausgewachsenen StelzenhĂ€user in Sichtweite und wir schlenderten staunend durch die Siedlung. Hier und da fanden wir ein paar ausgefallene Schönheiten, die wir knipsen mussten, aber einige der HĂ€user schienen auch etwas renovierungsbedĂŒrftig.

Trotzdem war diese historische StĂ€tte 😉 natĂŒrlich sehr sehenswert.

Nachdem wir nach diesem Ausflug erstmal wieder etwas am Strand relaxt hatten, stand fĂŒr den Abend noch ein Fotoshooting an. Diese tollen mediterranen SonnenuntergĂ€nge mit bunten Wolken, die sich im Ozean glitzernd spiegeln, mussten wir doch noch ausnutzen bevor es in zwei Tagen zurĂŒck ins (laut Nachrichten Daheimgebliebender) regnerische Deutschland ging 😀

Chiaras Mutter war sofort Feuer und Flamme und half uns auch bei der Ausarbeitung einiger Posen. Den Handstand bekamen wir allerdings leider nicht so hin wie sie und unsere RadschlĂ€ge waren eine komplette Katastrophe. Immerhin hatten wir viel zu lachen 😀

Ein paar wirklich schöne Fotos sind dabei aber zum GlĂŒck auch entstanden 😉

Als dann der nĂ€chste und somit letzte volle Tag anbrach, drĂ€ngte die schwindende Zeit Jule dazu, ihre Pflanzensammlung zu vervollstĂ€ndigen. Sie hatte ĂŒber die zwei Wochen schon immer wieder die eine oder andere Trockenblume gepflĂŒckt, doch dem Strauß fehlte es noch etwas an Volumen. Auftritt Puffs. Dass das nicht die korrekte botanische Bezeichnung ist, dĂŒrfte jedem klar sein, aber es beschreibt die Halme mit ihren aufgeplusterten Köpfen ganz gut 😀

Als Jule dann vollends mit ihrem Strauß zufrieden war, wurde es Zeit, noch ein letztes Mal Gruissan City aufzusuchen und Last Minute Souvenirs zu kaufen. Außerdem war Jule noch gar nicht auf der altehrwĂŒrdigen Gruissaner Burg gewesen und hatte den Anblick der Umgebung von oben genossen.

Der Weg nach oben war beschwerlich, nicht zuletzt da wir fast ‘vom Winde verweht’ wurden. Eventuell lag es auch mit an unserem Schuhwerk – Flip-Flops sind als Bergsteiger-AusrĂŒstung nicht ganz optimal. 

Die Aussicht war es aber mehr als wert:

Man konnte bis zu den Salinen und noch weit darĂŒber hinaus sehen – fast glaubten wir in der Ferne den HĂŒlser Aussichtsturm erkennen zu können 😀

Als wir beim Versuch noch ein paar szenische Fotos zu schießen aber fast mehrfach auf dem glatten Steinboden ausgerutscht und in den Abgrund gestĂŒrzt wĂ€ren, beschlossen wir, dass wir uns fĂŒr heute genug in Gefahr gebracht hatten, und machten uns wieder an den Abstieg. 

Auf dem RĂŒckweg setzten Chiaras Eltern uns an der kleinen Einkaufsmeile an der Lagune ab, damit Jule noch ihre Last-Minute-Postkarten loswerden konnte. Dort im Fenster fanden wir das Rezept fĂŒr einen gelungenen letzten Abend: Karaoke đŸŽ€ 

Bis dahin vertrieben wir uns die Zeit mit den typischen Aufbruchsvorbereitungen – Packen, den KĂŒhlschrank leer essen und die Wohnung entsanden (hier waren wir dann doch ganz glĂŒcklich, dass sie so klein war :D) – und Jule schaffte es tatsĂ€chlich, Chiara davon zu ĂŒberzeugen, ihr Bonusbuch dann doch mal zur Seite zu legen und dem Karaokeabend eine Chance zu geben. Eine gute Entscheidung.

Als wir dann am Restaurant ankamen, wirkte es erst nicht besonders verlockend und die Menge an karaokewĂŒtigen GĂ€sten hielt sich auch noch in Grenzen, doch wir blieben optimistisch, setzten uns so, dass wir die BĂŒhne gut im Auge hatten, und bestellten uns ein GetrĂ€nk. Und tatsĂ€chlich tauchten nach und nach immer mehr ĂŒberzeugte Gesangstalente auf, die sich hinters Mikro trauten. So auch wir. Wir starteten mit einem Klassiker: Karma Chameleon von Culture Club. Damit hatten wir die Menge natĂŒrlich direkt auf unserer Seite 😀 

WĂ€hrend wir noch in Entscheidungsfindungen fĂŒr den nĂ€chsten Song ĂŒber den Liederheften brĂŒteten, klauten uns zwei andere deutsche MĂ€dchen den einen deutschen Hit, den selbst die Franzosen mitgrölen konnten – 99 Luftballons. Aber wir mussten uns keine Sorgen machen, denn unsere Performance war natĂŒrlich viel besser gewesen 😉 

Mit der Zeit kamen immer mehr mutige SĂ€nger dazu, aber wir schafften es trotzdem noch zwei weitere Lieder zu singen, bevor wir zurĂŒck zur Ferienwohnung gingen, um vor der Abfahrt noch ein bisschen Schlaf zu bekommen. Wen es interessiert: wir blieben im 80s-Spektrum und sangen Don’t Stop Believing von Journey und Mamma Mia von Abba (und gewannen damit viele Herzen). 

Am nĂ€chsten Tag machten wir uns dann auf den Heimweg und vermissten schon nach fĂŒnf Minuten den Meerblick 😩 Aber nach dem Urlaub ist ja bekanntlich vor dem Urlaub (und in diesem können wir dann vielleicht unseren Beachball-Rekord von mickrigen 16 Ballwechseln steigern) 😉 In diesem Sinne bis zum nĂ€chsten Blogbeitrag, 

eure Chiara & Jule

 

Ein Gedanke zu „Gruissan, Croissants und Macarons – zwei Wochen purer Genuss đŸ‡«đŸ‡· – Part 2

  1. Wie gehabt: eine tolle, spannende Schreibe! Das Einzige Manko scheint mir die unterschiedliche ErzÀhlerin.

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