Ein geschenkter Tag in Amsterdam

Hallo zusammen, bevor Petra jetzt gleich mit ihrem Bericht aus Amsterdam loslegt, melden wir uns vom Social Media Team nochmal kurz und sagen Euch, dass uns natürlich keine der im Beitrag vorkommenden Firmen und Institutionen beauftragt oder gar bezahlt haben für das, was jetzt kommt, Petra hat das einfach so gemacht 😉 So, und jetzt viel Spaß mit dem Beitrag:

Ein geschenkter Tag in Amsterdam

Die Mediothek hat am Montag für Otto Normalverbraucher geschlossen – heißt:
Wenn man nicht gerade eine Schulklasse betreuen oder eine Veranstaltung begleiten darf oder muss, kann man Überstunden abfeiern oder Urlaub nehmen – juhuu! 🙂

Und den schönen freien Tag nutzen für was ganz anderes und ganz tolles:
Ein Tag in der Metropole unserer netten niederländischen Nachbarn.

Das habe ich von meinen Freundinnen zum Geburtstag geschenkt bekommen und durfte den Gutschein am 4. Juni einlösen.

Alles war super geplant: Fahrt mit der Bahn ab Krefeld. 6.42 h (das für mich sehr frühe Aufstehen vor 6 war ein Wehrmutstropfen), Umsteigen in Duisburg in den schönen Intercity, Ankunft in Amsterdam: 9.28 h.

Im Intercity hatten wir drei Plätze im „Ruheabteil“ gebucht, weil wir die Idee toll fanden, nicht von lauten Handy-Gesprächen genervt zu werden. Dass tatsächlich eine Grabesruhe herrschte und sehr viele Reisende wirklich schliefen, hat uns erstaunt und führte leider dazu, dass wir drei es kaum wagten, uns im Flüsterton zu unterhalten.

Davon abgesehen hat die Zugfahrt – man höre und staune – völlig reibungslos geklappt und war auch noch super preisgünstig: das früh gebuchte Ticket „Sparpreis Europa“ hat für drei Erwachsene hin und zurück zusammen ganze 108,60 € gekostet, für jede von uns also nur 36,20 € , ich finde ein unschlagbarer Preis für eine so bequeme, umweltfreundliche und dennoch zügige Fahrt.

„Was wollt ihr denn am Montag in Amsterdam – da ist doch alles zu!?“ fragte mich ein Freund, gebürtiger Amsterdamer…
Tja, eben nicht: das Rijksmuseum, eines der Highlights, die ich mir für diesen Tag ausgesucht hatte, hat montags geöffnet.

Unsere Rechnung ist prima aufgegangen: die Stadt war nicht von Touristen überschwemmt. Beim Verlassen des „Amsterdam Centraal“ –Bahnhofs war es noch kühl und grau, dennoch steuerten wir die hop-on-hop-off-Boote an, die direkt vor dem Bahnhof warteten. Mit zunächst nur sechs Passagieren an Bord ging es durch die idyllischen Grachten zum Reichsmuseum. Toll an dieser Boots-Fahrt ist, dass sie an allen touristisch wichtigen Punkten hält, man aus – und zusteigen, bleiben und weiterfahren kann, wie man möchte. Also Stadtrundfahrt und Beförderungsmittel in einem.

Nach einer knappen sehr entspannten Stunde (es gab sogar Erklärungen auf deutsch) erreichten wir „unseren“ Halt und begannen das Abenteuer im riesigen Rijksmuseum.

Dort könnte man ganz gewiss mehrere Tage verbringen, wir hatten aber nur diesen einen (genau: 9 Stunden Aufenthalt) für ganz Amsterdam.

Zum Glück bietet das Museum eine tolle Audio-Guide-Führung durch ihre Highlights an, die eine gute Stunde dauert und durch alle vier Ebenen des großen Gebäudes führt.

Wir drei älteren Damen (alle 60 oder 60 +) hatten zunächst Mühe, mit dem Programm zurecht zu kommen, man musste diesen Guide bedienen wie ein Smartphone, nicht mal eben eine Bildnummer drücken und dann die Erklärungen über Kopfhörer hören wie aus anderen Museen bekannt – weit gefehlt! Wir hatten einen kleinen Computer dabei, dessen Tricks und Kniffe durchschaut werden mussten…

Als das endlich soweit war, erwies sich das Gerät als super hilfreich, man konnte Karten aufrufen, die genau den Weg zeigten zum nächsten Lieblingsbild, natürlich war die Etage mit den Rembrandts, Vermeers u.a. am vollsten und beliebtesten. Um die „Nachtwache“ anschauen zu können, war schon ein bisschen Geduld angebracht, nicht nur wir drei hatten die gute Idee gehabt, am Montag das Rijksmuseum zu besuchen. Wie voll ist es dort wohl an anderen Wochentagen???

Nach dem Ende dieser geführten Highlight-Tour war eine Pause fällig – natürlich im Museumscafé. Auch hier mussten wir uns ein wenig gedulden –alle Tische im  hübschen großzügigen Café mitten im Museumsgebäude waren besetzt, aber die kleine Warteschlange wurde zügig von freundlichen Mitarbeiter/innen, die jedem den gerade freigewordenen Tisch zuwiesen, abgearbeitet. Appeltaart und Coffee verkehrt waren sehr lecker aber eher teuer (beides zusammen fast 9 € pro Nase)

Nach der Stärkung ging’s wieder zu den Gemälden, diesmal auf eigene Faust, wir kannten uns ja schon ein bisschen aus 😉 Diesmal erhaschten wir auch einen Blick in die wunderschöne alte Bibliothek, etwas Hogwards-like mit einer metallenen Wendeltreppe und grünen Filz-„Staub-Verhüterli“-Girlanden an den Regalen.

Um 15 h endlich hatten wir schließlich genug Museumskultur genossen, die Sonne hatte mittlerweile die Wolken vertrieben und wir wollten unsere Reise mit dem Boot fortsetzen. Diesmal war das Schiffchen beinahe voll!

Im Jordaan-Viertel bestaunten wir die wunderschönen Grachtenhäuser, lernten einiges über Schwanen-,  Tonnen-, Treppen u.a. Giebel, und fuhren am Anne-Frank-Haus (auch geöffnet) vorbei, wo die Warteschlange übersichtlich war. Per Boot wieder zurück am Hauptbahnhof stiegen wir aus, um die Stadt noch ein wenig zu Fuß zu erkunden.

Die Westerkerk, die wir gern von innen gesehen hätten, hatte leider seit 15 h geschlossen. Die Zeit raste davon, nach dem Apfelkuchen war nichts in unsere Mägen gekommen, eine Frittenbude nirgendwo in Sicht. Was permanent in Sicht war: riesige Mengen von Radlern, mit einem, mit zwei Kindern auf dem Rad,  mit Lastenrädern und immer flott unterwegs. Als geübte und bekennende Fahrradfahrerin, die in Krefeld von Autofahrern genervt ist, die nicht blinken, zu nah auffahren etc., war ich jetzt in einer mir ganz fremden Situation: Respekt vor schnellen Radlertruppen, Schwierigkeiten als Fußgänger die Fahrbahn zu überqueren…

Statt Fritten gab es in einer Biobäckerei köstliche kleine Gemüsekuchen und dann war es auch schon Zeit, wieder zum Bahnhof zu laufen. Leider sind die neun Stunden wie im Flug vorbei gegangen, gern hätten wir mehr Zeit gehabt.

Bei der Rückfahrt im ruhigen Abteil des Intercity (Abfahrt 18.40 h, Ankunft Krefeld  pünktlich!!: 21.16 h) trauten wir uns diesmal – ganz leise –

Rommee zu spielen (es gab wenige Mitfahrer, keiner schlief….) und: als Sahnehäubchen oben drauf auf diesem besonderen Geburtstags-Geschenk-Tag : ich habe gewonnen!!! 🙂

 

Sooo ein toller Tag – gerne zur Nachahmung empfohlen

von Petra Düro-Förster

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