Von Einem der auszog was Ordentliches zu lernen…

So, nun ist es an mir, mich hier in unserem Blog vorzustellen. Mein Name ist Holger Reiners und geboren bin ich 1970 in Kempen Hüls. Aus einem mir unbekannten Grund erwähnen wir in Kempen Hüls Geborenen das immer extra, war Hüls doch nur von 1970 – 75 Kempen zugeordnet. Ist Bettina, die wenige Monate vor mir geboren ist, die Älteste im Team, so bin ich wohl der Dino in der Gruppe, arbeite ich doch schon seit 28 Jahren in der Bibliothek/Mediothek. Doch bevor ich mir überhaupt Gedanken um meine berufliche Zukunft machen sollte, machte ich erst noch eine kleine Deutschlandreise…

…so lebte ich die ersten Jahre meiner Kindheit in Stenden/Kerken, einem mit um die 2000 Einwohnern sehr überschaubaren Dorf (wäre es mit über 10,5 Kilometern Länge nicht das längste Straßendorf in NRW). Eingeschult wurde ich dann grade noch in Aldekerk, bevor es ab nach Berlin-Lichtenrade ging. Berlin (West) hatte damals überschaubare 2 Mio. Einwohner und Lichtenrade „nur“ 50 Tsd. Ein Landei in der großen Stadt, dass sich aber sehr schnell akklimatisiert hat. 3 Jahre später zog es uns aber weiter in den Norden, nach Ramsloh (ca. 4000 EW), einem Ortsteil der Gemeinde Saterland (Ostfriesland liegt direkt nebenan). Nur dort spricht man im übrigen noch das Saterfriesisch, welches noch ursprünglicher ist als Ostfriesisch und für den Nichtfriesen praktisch unverständlich ist. Meine Klassenlehrerin war dort eine Nonne, was mich tatsächlich bis heute geprägt hat. Mein Wunsch, Priester zu werden, dürfte sich dort entwickelt haben, hielt aber nur so lange bis ich feststellte, dass diese nicht nur am Sonntag arbeiten. Es dauerte aber kaum ein Jahr, dass es uns zurück an den Niederrhein zog und wir in Krefeld Wurzeln schlugen. Dort konnte ich mich dann auch endlich ohne Unterbrechung um meine Schulkarriere kümmern und mir Gedanken um die Zukunft machen. Auch wenn die ganzen Umzüge für mich damals nicht immer einfach waren (Schulwechsel, neue Freunde finden usw.), habe ich trotzdem eine Menge dadurch gelernt, unter anderem verstehe ich erstaunlich viele Dialekte… …spreche aber praktisch keinen davon.

Meine Teenagerzeit verbrachte ich also in den 80er Jahren, eine Zeit des technischen Aufschwungs. Computer zogen in die Privathaushalte ein und für mich war schnell klar, dass ich unbedingt etwas mit ihnen machen wollte. So begann ich also nach meinem Schulabschluss eine Lehre als Informationselektroniker (Kommunikationselektroniker Fachrichtung Informationstechnik). Entgegen meines eigenen Wunsches begann ich die Ausbildung nicht in diesem Elektronik Fachmarkt auf dem Ostwall sondern, auf Anraten meiner Eltern, in dem großen Chemiewerk in Krefeld-Uerdingen und, wie man heute weiß, hatten sie Recht. Den Fachmarkt gibt es nicht mehr, aber das Werk ist immer noch da. Dummerweise hatte aber die Arbeit in dem Werk nicht wirklich viel mit dem von mir gewünschten Berufsbild zu tun und so zog ich noch rechtzeitig die Reißleine und beschloss noch einmal die Schulbank zu drücken. Verloren ist das Jahr jedoch nicht, habe ich doch Gasschweißen gelernt, kann mit einer Drehbank arbeiten und eine Einführung ins Schmieden gab es auch, alles wichtige Tätigkeiten, wenn man an einem Rechner arbeitet.

So besuchte ich nun noch 2 Jahre die Höhere Handelsschule und zum Abschluss war mein Weg klar, ich wollte Buchhändler werden! Aber, obwohl es in und um Krefeld herum damals noch zahlreiche Buchhandlungen gab, suchte keine einen Azubi. Glücklicherweise bot sich für mich aber in Düsseldorf, in einem großen Kaufhaus (in dem ich schon Ferienjobs hatte) die Möglichkeit in der Bücherabteilung die Lehre zum Einzelhandelskaufmann zu machen mit anschließender Ausbildung zum Kommissionär, was jetzt soo schlecht auch nicht ist. Ich hatte den Ausbildungsvertrag grade unterschrieben als ich von der Stadt Krefeld eine Zusage zur Ausbildung als Assistent an Bibliotheken erhielt, dort hatte ich mich nämlich einfach auch mal beworben. Damals hatte ich dann wohl das richtige Näschen, denn ich entschied mich nochmals um und begann am 01.08.1990 meine Ausbildung in der Stadtbücherei Krefeld.

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Die Bücherbusse II und I vor der alten Stadtbücherei. In der ersten Etage in der Mitte war früher zuerst die Musikbücherei, später das Hauptquartier der Autobücherei und mein Büro.

Nach der Ausbildung, Mitte 1992, wurde ich direkt übernommen und zwar mit einer halben Stelle im Lesesaal und einer halben Stelle in der Zweigstelle in Fischeln. Ab Januar 1993 rief dann die Bundeswehr und so verbrachte ich das ganze Jahr `93 in einer Kaserne bei Hamburg. Als ich wieder kam, hatte sich hier Einiges getan, sowohl die Zweigstelle in Fischeln als auch der Lesesaal waren nicht mehr da! In Fischeln hielt jetzt als Ersatz der Bücherbus und im alten Lesesaal war jetzt großzügig die Kinderbücherei untergebracht. Dass das für mich entscheidend für mein späteres Berufsleben war, konnte ich damals noch nicht ahnen.

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Bücherbus III 1992 – 2011

Schon früh erhielt ich eigene Lektorate, das waren damals die Kinderkassetten und die Comics, was für die damalige Zeit schon recht revolutionär war. Auch wurde ich damals erst zur Vertretung und später dann, als dritter Mann, auf dem Bücherbus eingesetzt. Ende 2000 machte ich bei der Feuerwehr den LKW Führerschein und wechselte dann fest in die Autobücherei, die ich bis zur letzten Fahrt, am 29. April 2011, mit betreut habe. Mit der Rückkehr in die Mediothek landete ich dann im Team der Kinderbücherei, wo man mich heute mehrfach in der Woche an der Infotheke findet. Zu meinen Aufgaben gehören mittlerweile Infodienste, Servicetheke und, aber eher selten, die Anmeldung. Die Kindercomics sind immer noch mein Ressort. Ich bin Teil des Gaming Teams, der Sprachschatz-Gruppe, des Social Media Teams und Gründungsmitglied der Karo-Boys. Ich betreue die Veranstaltungstechnik und bin beim Bühnenaufbau immer sehr gefragt. Die Haustechnik betreue ich mit Martin zusammen als Vertretung unseres Hausmeisters. Wenn ich das so lese habe ich wohl ganz schön was zu tun.

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Mein Crossbike Stevens 6x lite (2012)

In meiner Freizeit bin ich schon seit den 80er Jahren begeisterter Gamer, sowohl am PC (damals noch C64 und Amiga), auf der Konsole oder mit dem Spielbrett. Lange Zeit habe ich auch Fantasy-Rollenspiele gespielt. Zur Entspannung fahre ich Fahrrad und bin im Urlaub mit meinem Oldie Wohnwagen unterwegs, gerne nach Zeeland, wo sich Campen und Radfahren hervorragend verknüpfen lassen. Auch fotografiere ich gerne und dass ich als Bibliotheksmensch auch mal ein Buch lese, versteht sich, glaube ich, von selbst. In den letzten Jahren habe ich auch die Hörbücher für mich entdeckt…

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Knaus Monsun von 1976
Strand
Sonnenuntergang am Strand von Cadzand-Bad

 

So, jetzt wisst ihr wahrscheinlich schon viel zu viel über mich…

Wir sehen uns in der Bücherei,

Holger

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