Nachdem ich das fantastische Wetter am Pfingstmontag ordentlich ausgenutzt habe, ging es am Abend ins dunkle Kino zu einem Film, auf den ich jetzt schon eine Weile hingefiebert habe: Renfield.
Ich muss dabei aber direkt mal zugeben, dass ein großer Teil meiner Vorfreude sicherlich dem Hauptdarsteller Nicholas Hoult geschuldet war, der mich schon als kleiner Junge in ‚About a Boy‘ an der Seite vom ebenfalls großartigen Hugh Grant verzaubert hat, und es auch in aktuelleren Filmen wie ‚Tolkien‘, ‚Mad Max: Fury Road‘ oder zuletzt ‚The Menu‘ immer geschafft hat, mich zu begeistern 😍
In Renfield spielt er den Diener des tatsächlichen Dracula 🧛, der von Nicolas Cage gespielt wird. Ich als Kind der Gen Z kenne diesen vorrangig aus Memes, was mir etwas Sorgen bereitet hat 😅 – jedoch völlig zu Unrecht.
Aber bevor ich jetzt in die Details gehe, sollte ich vielleicht wenigstens eine kurze Zusammenfassung der Handlung geben (natürlich Spoiler-frei):
Der Diener und seit Jahrhunderten engster Vertrauter Draculas (unser Titelheld Renfield) beginnt, seinen Meister zu hinterfragen. Er fühlt sich nicht mehr wohl damit, ihm unschuldige Menschen als Nahrung zu bringen, und möchte lieber ein normales Leben führen. Dass Dracula selbst das nicht besonders gefällt und er Renfield über Furcht und Schuldgefühle weiter an sich binden will, ist ja klar.
Um aus dieser toxischen Beziehung zu entkommen, nimmt Renfield an Treffen einer Selbsthilfegruppe teil, die ihm mit seinem persönlichen Monster leider nicht viel zu helfen scheint. Als er über eins dieser Treffen aber nicht nur über einen potentiellen Leckerbissen für seinen Meister, sondern damit auch noch in die düsteren Machenschaften der New Orleans Mafia stolpert, nehmen die Dinge die eine oder andere kuriose Wendung…
Beide Schauspieler waren absolut brillant in ihren Rollen, besonders in den gemeinsamen Szenen.
Cage als Dracula, der an seiner einstigen Eleganz und Nobilität festzuhalten versucht, während er aber in der modernen Welt bereits sein Vermögen verprasst hat und ständig auf der Flucht sogar in einem abgewrackten, verlassen Krankenhaus unterkommen muss, und Hoult als sein (trotz vieler Jahre Lebenserfahrung) etwas schusseliger und naiver, aber eigentlich herzensguter Diener.
Jetzt fragt sich sicherlich der eine oder andere, wie Letzterer es denn bitte schafft, regelmäßig an Opfer für seinen Meister zu kommen und dabei (weitestgehend) unentdeckt zu bleiben. Die Antwort lautet: Insekten. 🦟
Dracula ist die Loyalität seines Dieners nämlich nicht nur dessen Unsterblichkeit wert, er hat ihm auch einen kleinen Teil seiner eigenen Macht geschenkt, der sich entfaltet, wenn Renfield Insekten isst.
Etwas seltsam? Definitiv. Aber nicht die einzige Kuriosität, die dieser Film zu bieten hat 😄
Die Handlung selbst ist zugegebenermaßen etwas flach, aber meiner Meinung nach tut das dem Film überhaupt keinen Abbruch. Er lebt vor allem von den einzelnen Szenen mit trockenen Dialogen und der übertrieben blutigen Gewalt, die so überspitzt dargestellt wird, dass sie schon wieder witzig ist.
Einen großen Teil machen natürlich auch die schrulligen Charaktere selbst aus, zu denen neben Renfield und Dracula vor allem noch eine junge, ehrgeizige und ausgesprochen sture Polizistin gehört, die eigentlich nur das Mafiaproblem der Stadt in den Griff bekommen möchte.
Insgesamt hat mich der Film wirklich überzeugt. Er ist unglaublich unterhaltsam und ich habe mehr als einmal laut gelacht 😄
Ich habe jetzt schon öfters gehört, dass er Menschen an ‚Deadpool‘ erinnert. Und vielleicht kennt ja jemand ‚Warm Bodies‘? Ein liebenswürdig-skuriller Zombiefilm, in dem ebenfalls Nicholas Hoult mitspielt 😏 und der mich stilistisch sehr an ‚Renfield‘ erinnert hat. Falls nicht – ebenfalls eine große Empfehlung 😉
Bis bald,
eure Chiara
Es gibt ein neues Buch über unsere geliebte Untoten: