Der MINT-Club der Mediothek

Krefeld hat eine Industriegeschichte, die unter anderem eng verwoben ist mit großen Namen und Playern im Bereich der chemischen Industrie sowie der Maschinenbau- und Metalltechnik. Doch diese großen Unternehmen haben auch in Krefeld – wie derzeit überall im Land – ein Problem: Sie suchen händeringend Fachkräfte. Immer wieder wird betont, wie dringend es sei, bereits in der frühen Bildungsphase von Kindern Interesse an den klassischen MINT-Themen – gemeint sind Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – zu wecken, um zum einen diesem Mangel Herr zu werden und zum anderen als Gesellschaft gut gerüstet für die Zukunft zu sein.

Wir in der Mediothek sind da natürlich gerne mit am Start, wenn es um Abhilfe eines Bildungsnotstands geht. Neben unserem gut sortierten Medienbestand in den naturwissenschaftlich-technischen Bereichen auf der Ebene 6 haben wir deshalb den MINT-Club ins Leben gerufen.

Im MINT-Club treffen sich immer am letzten Samstag eines Monats Menschen, die einen ersten Zugang zu eben diesen Themen suchen oder einfach Interesse am Experimentieren und an neuen Erkenntnissen haben.

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Im vergangenen Jahr sind wir mit der Fachstelle für Jugendmedienkultur und dem Thema Robotik und Programmierung für die Altersgruppe der 10 bis 14 Jährigen gestartet. Bei den Aktionen des Projektes „Jugend hackt – Hello World “ wurden z.B. Roboter aus Alltagsgegenständen selbst gebaut, Häuser der Zukunft erdacht und das Smart Home thematisiert. Es wurden Wearables hergestellt und erste Programmierungen vorgenommen.

In der Nachfolge zum Auftakt mit der „Jugend hackt“-Reihe gab es – diesmal für Menschen ab 10 Jahren ohne Alterseinschränkung nach oben – einen aufschlussreichen und faszinierenden Vortrag über die Wunder des Universums, unterstützt und ausgeführt von der VKS Vereinigung Krefelder Sternfreunde e.V.

Und dann war die Frage, wie kann es nun weitergehen?

Auf der Suche nach geeigneten Menschen, die dem ganzen Unternehmen MINT-Club Kontinuität verleihen und ihr Know-how einbringen können und auch die nötigen zeitlichen Kapazitäten frei haben, trafen wir unser nun amtierendes „Dreigestirn“: Fr. Prof. Dr. Nickisch-Hartfiel, Fr. Dr. Jäger, Hr. Popovic – eine Professorin für Biotechnologie der Hochschule Niederrhein, eine Chemikerin und ein pensionierter Chemielehrer.

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von links: Hr Popovic, Fr. Dr. Jäger, Fr. Prof. Dr. Nickisch-Hartfiel

Die drei übernahmen quasi den Staffelstab und haben im Januar 2018 zum ersten Mal den MINT-Club durchgeführt. Dafür haben wir in der Mediothek eine Laborausstattung angeschafft – zwar ist es eher eine Schmalspurausstattung, aber immerhin nennen wir jetzt Schutzkittel, -brillen und Reagenzgläser sowie Bechergläser, Spritzflaschen, Filter- und Lakmuspapier und noch so einiges andere für praktisches Experimentieren Benötigte unser eigen.

Die durchgeführten Experimente müssen natürlich in unsere Studios passen, die ja architektonisch nun nicht gerade als Labor konzipiert sind. Das setzt thematisch naturgemäß Grenzen, aber die Ideenvielfalt unseres Dreigestirns ist so immens, dass das kein Problem zu werden scheint.

Im Januar ging es also los mit dem Thema „Farbwunder Rotkohl“. Bei der Veranstaltung für 10 bis 13Jährige ging es um Färbemöglichkeiten mit Rotkohl und Messung von pH-Werten, es wurden Gummibärchen in Rotkohlsaft gebadet und Baumwolltücher mit dem Saft gebatikt. „Hat mir gefallen, war ja wie im echten Labor“ war nur eine positive Resonanz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Kriminalistisch wurde es dann im Februar bei „Chemie auf Schatzsuche“. Hier ging es um das Verstecken und Entschlüsseln geheimer Botschaften. Es wurden Fingerabdrücke gesucht und gesichert und am Schluss konnten die Chemiedetektive einen Schatz finden.

Das Osterwochenende im  März war dann MINT-frei 😉

Im April ging es weiter mit dem Thema Kohlendioxid und seinem Einfluss auf unser Leben.

Grundsätzlich geht es um viel Spaß, Entdeckergeist und Neugierde beim MINT-Club und dieser Grundsatz scheint aufzugehen: Die Teilnehmer waren bislang immer gut gelaunt und begeistert bei der Sache.

Und da nicht nur die Teilnehmenden Erkenntnisse gewinnen, sondern auch wir Organisatoren und die Ausführenden immer gern dazu lernen, sind wir froh über jedes Feedback und offen für Themenwünsche oder Anregungen. So arbeiten wir beispielsweise gerade daran, den Wunsch nach einer Veranstaltung zum Thema Roboterbau für Erwachsene umzusetzen.

Wir sind jedenfalls gespannt, was noch so an Themen kommt, halten euch auf dem Laufenden und bleiben in jedem Fall neugierig 🙂

Eure Bettina

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