10 Jahre Mediothek Krefeld – Festschrift – Eine kleine Gebäudegeschichte

Vom gemieteten Zimmer zum eigenen Haus –

eine kleine Gebäudegeschichte von Stadtbücherei und Mediothek Krefeld von Katrin Hufschmidt

 

Wir feiern in diesem Jahr 2018 die Erfolgsgeschichte von 10 Jahren Mediothek Krefeld. Wir wollen nicht nur auf die letzten 10 Jahre zurückblicken, sondern auf die insgesamt 118jährige Geschichte[i] von Stadtbibliothek, Stadtbücherei und Mediothek Krefeld.

Dem Neubau der Mediothek am Theaterplatz ging eine über 20jährige Planungsphase voraus. Finanzierung, Raumbedarf, Verortung wurden über Jahre diskutiert und fanden in der Eröffnung des neuen Mediotheksgebäudes am 1. April 2008 ihren würdigen Abschluss. Auf knapp 4.000 qm finden nun Medien Platz und Menschen einen Ort, an dem sie sich gerne aufhalten. Immer noch staunen sie über die hellen und freundlichen Räumlichkeiten. Und trotz der manchmal schwierigen klimatischen Bedingungen verweilen Lesende, Studierende, Spielende und Arbeitende gerne längere Zeit in diesem Haus.

Der Innenraum der Mediothek Krefeld. [ii]

 

Bemerkenswert ist, dass alle wichtigen und bedeutenden Adressen von Stadtbücherei, respektive Mediothek innerhalb eines Radius von 75 Metern um die erste Stadtbibliothek herum lagen und liegen: das erste Lesezimmer befand sich im sogenannten Innungshaus an der Carl-Wilhelm-Straße 18 (früher Wilhelmstraße 18), dann folgte die Adresse Friedrichstraße 18 mit der Stadtbibliothek und als Abschluss dieser Reihe der Theaterplatz 2 (vormals Carl-Wilhelmstraße 11).[iii] Hier steht nun mit dem Mediotheksgebäude schon das zweite Gebäude der Stadtbücherei auf demselben Grundstück.

Festschrift_HufschmidtBild2Karte Festschrift - Kopie

Die Lage der Gebäude im Stadtplan: Nr. 1: Carl-Wilhelm-Str. 18, das Lesezimmer. Nr. 2: Stadtbibliothek Friedrichstraße 18. Nr. 3: Stadtbücherei/Mediothek Theaterplatz 2. [iv]

  1. Das Lesezimmer im Haus Carl-Wilhelm-Straße 18

Doch beginnen wir am Anfang. Und dieser Anfang war mehr als schwierig. Schon in den Dreißigerjahren des 19. Jahrhunderts hatte der Buchhändler Johann Cremer die Einrichtung einer Stadtbibliothek vorgeschlagen, auch die Genehmigung zur Errichtung einer Leihbibliothek von der Stadt erlangt, sein Vorhaben dann aber nicht umgesetzt.[v]

Erst rund 50 Jahre später gab es wieder Bestrebungen, eine Stadtbücherei zu gründen. Initiatoren waren der Handwerker- und Bildungsverein und der Museumsverein.[vi]

Sechzehn Jahre dauerte es, bis alle Planungsfragen geklärt waren. 1889 gab es bereits einen Bücherbestand von 3.000 Stück, aber weder Raum für eine Bibliothek noch das Personal, welches diesen Grundstock an Literatur betreuen sollte. Bei den 3.000 Titeln handelte es sich ausschließlich um Schenkungen und um gelehrte Werke, die die weiterführenden Schulen schon vor der eigentlichen Gründung der Stadtbibliothek abgegeben hatten. In den folgenden Jahren kauften die Mitglieder der ersten Bibliotheks-Kommission[vii] allerdings weitere Bücher hinzu und hielten Zeitschriften-Abonnements, weiterhin ohne einen Etat dafür zu haben oder eine Räumlichkeit, die auch nur den Anschein einer Bibliothek vermitteln konnte.

Die Medien wurden zunächst in  einem Schrank im Rathaus gesammelt und die Rechnungen für die Anschaffungen dem Oberbürgermeister vorgelegt. 1892 drohte der Plan zur Einrichtung einer Stadtbücherei gänzlich zu scheitern, da kein geeigneter Raum gefunden werden konnte.[viii]

Nachdem im Juni 1899 die Stadtverordnetenversammlung endlich die Errichtung einer städtischen Bibliothek beschlossen hatte, ging es Schlag auf Schlag. Zum 1. Oktober wurde Waldemar Bahrdt, ein ausgebildeter Bibliothekar, als Leiter der Stadtbibliothek angestellt. Zunächst wurden für zwei Jahre zwei Zimmer im Erdgeschoss des Hauses Wilhelmstraße 18 angemietet und für Bibliothekszwecke ausgestattet.[ix]

Am 1. Februar 1900 erfolgte endlich die Eröffnung. Dazu schrieb die Krefelder Zeitung am 12. des Monats:

Seit dem 1. Februar besitzen wir eine öffentliche Stadtbibliothek. Zwar wird jeder, der sie in der Wilhelmstraße 18 aufsucht, finden, daß der Titel Stadtbibliothek mehr verspricht als thatsächlich vorhanden ist. Aber der Anfang ist gemacht.“[x]

Wenn zwar der Bestand an Büchern nicht dem Volksbildungsgedanken entsprach, dafür war er zu wissenschaftlich orientiert,[xi] so waren es wenigstens die Öffnungszeiten! Das Lesezimmer, war „[…] Sonntags von 11-1, an den Wochentagen von 10-1 und außerdem Montags und Donnerstags ½ 8- 10 Uhr abends für jedermann unentgeltlich geöffnet […].“[xii]

Sonntags und abends hatte die arbeitende Bevölkerung immerhin auch schon mal frei und konnte so die Stadtbibliothek besuchen. Die kundenfreundliche Entgeltfreiheit währte, sehr zum Leidwesen Bahrdts, nicht lange.

Bereits im Mai 1901 zog die Stadtbibliothek das erste Mal in neue Räume um, zwar im selben Gebäude, allerdings im ersten Stockwerk des Anbaus gelegen.[xiii] Waldemar Bahrdt bemängelte, dass das Lesezimmer nun dort läge „wo es sich vor dem Publikum geradezu versteckt„.[xiv]

 

Foto des Hauses Friedrichstrasse 25, dem sogenannten Innungshaus, in dessen Anbau an der (Carl-)Wilhelm-Strasse 18 das erste Lesezimmer der Stadtbücherei untergebracht war. Bezeichnung: Friedrichstrasse 25, Ostseite, Südecke Carl-Wilhelm-Strasse 18
Bildtitel: Blick in die Carl-Wilhelm-Strasse (links), Innungshaus [xv]

  1. Die Stadtbibliothek im Haus Friedrichstraße 18

Von Anfang an war allen Beteiligten klar, dass die Unterbringung der Stadtbücherei in zwei gemieteten Zimmern nur vorübergehend sein konnte. Bald schon bemühte man sich, ein geeignetes Gebäude im Stadtzentrum zu finden, das allein den Bibliothekszwecken dienen sollte. Schon 1901 forderte Bahrdt deshalb ein eigenes Gebäude für die Bibliothek:

Es ist darauf Bedacht zu nehmen, dass die Bibliothek andere Räume in einem eigenen Hause erhält […]“.

Mindestanforderungen seinerseits:

Magazin, Lesesaal, Garderobe, ein Raum für das Ausleihgeschäft, ein Raum für das Archiv, einer für den Bibliothekar, ein zweites Beamtenzimmer, ein Packraum.[xvi]

Seine immer wieder vorgetragenen Forderungen fanden schließlich Gehör. Nach langem Hin und Her kaufte die Stadt schließlich das ehemalige Wohnhaus von Marianne Rhodius an der Friedrichstraße 18.[xvii] Zusätzlich wurde in den oberen Stockwerken des Gebäudes das Naturwissenschaftliche Museum untergebracht. Die Eröffnung des ersten eigenen Gebäudes der Stadtbibliothek fand am 1. April 1908, also vor 110 Jahren, statt. Unermüdlich hatte sich der Bibliotheksleiter Waldemar Bahrdt für eine Erweiterung in räumlicher und personeller Hinsicht eingesetzt. Dort konnte nun auch endlich die Umstellung von einer reinen Präsenzbibliothek, wie sie das Lesezimmer dargestellt hatte, auf eine Leihbibliothek vollzogen werden.

Friedrichstraße 18, Stadtbibliothek Krefeld, vor 1930. Quelle STA.[xviii]

 

Ein bestehender Anbau wurde zum 160 qm großen Lesesaal umgebaut, ein zweiter als Magazin. Außerdem gab es ein Zimmer für den Bibliothekar, ein Zimmer für das Ausleihgeschäft, einen Raum für Buchbinderarbeiten und einen für die Beschäftigten.

Stadtbücherei Krefeld, Friedrichstrasse 18, Lesesaal, Quelle STA.[xix] Sehr gut zu erkennen ist die gewölbte Decke mit den Oberlichtern. An der rückwärtigen Wand hängt die Kopie eines Ölgemäldes von Marianne Rhodius, der ehemaligen Besitzerin des Hauses.

 

Vom Lesesaal gibt es noch einige erhaltene Fotos, auch aus der Anfangszeit. Prägnant waren, außer der prächtigen holzgetäfelten Ausstattung, die insgesamt zwölf Oberlichter. Auffällig ist besonders die gewölbte Dachkonstruktion des Lesesaals. Das auffällige Dach hat uns[xx] bei den Recherchen für diesen Artikel geholfen festzustellen, dass der angebaute Lesesaal nicht, wie das Vorderhaus, bei den Bombardierungen 1943 völlig zerstört wurde, sondern weitgehend erhalten geblieben ist. Die Bauakten der Stadt Krefeld für das Haus Friedrichstraße 18 bestätigen, dass die beiden Hofgebäude der alten Stadtbücherei nur leicht beschädigt den Krieg überstanden haben:

Die vormals städt. Lesehalle soll zu einem grossen Verkaufsraum hergerichtet werden. In der Halle sind nur Instandsetzungsarbeiten durchzuführen. Der vorhandene 4-stöckige Flügelbau nördlich der Halle soll nun als dreistöckiger Lagerbau Verwendung finden […].“[xxi]

Heute wird der ehemalige Lesesaal als Verkaufsraum genutzt.[xxii]

Alter Lesesaal Stadtbücherei Friedrichstrasse 18, heute Möbel Can. Über den Lampen zu erkennen: die Wölbung des Daches. Die Anzahl der Oberlichter ist nach dem Krieg reduziert worden. Foto: Martin Kramer, 11.01.2018.

In der Mitte des Bildes: alter Lesesaal der Stadtbücherei. Gut zu erkennen die Oberlichter (nach dem Krieg verändert) und das gewölbte Dach. Links im Bild das langgestreckte Gebäude: das ehemalige Magazin der Stadtbücherei. Die beiden Gebäude gehören auch heute noch zur Adresse Friedrichstraße 18. Foto: Martin Kramer, 11.01.2018.

Im Gegensatz zur Erhaltung des Lesesaales wurden 80 Prozent des Buchbestandes im Krieg vernichtet. Wenig, wie der ausgelagerte Heimatkunde-Bestand, blieb erhalten. Genug allerdings, um im Auftrag der britischen Militärregierung die NS-Literatur aussondern zu müssen.

Aber noch einmal einen Schritt zurück: Mit der Übersiedlung in das neue Gebäude konnte der Leiter der Stadtbibliothek Waldemar Bahrdt einen wesentlichen Teil seiner Forderungen „für die Ausgestaltung der Stadtbücherei“ verwirklichen. Auf weiteres Personal mit bibliothekarischer Ausbildung musste er allerdings immer noch verzichten. Seine Mitarbeiterschaft bestand aus zwei Bürogehilfen, einem Hausmeister, einer Sekretärin und einer Garderobiere.[xxiii] Trotz seines Einsatzes blieb ihm bis zum Jahr 1909 eine Festanstellung verwehrt. Bis dahin hatte die Stadt ihn immer wieder mit Jahresverträgen vertröstet.[xxiv] 1920 starb er schließlich im Amt.

Nachfolger wurde 1921 Gottfried Buschbell bis 1938.[xxv] Von 1938 bis 1941 führte Eduard Schröder das Institut, als Buschbell zur Erarbeitung der Stadtgeschichte Krefelds freigestellt war. Nachdem Schröder als Soldat eingezogen worden war, wurde Gottfried Buschbell noch einmal als Direktor reaktiviert.[xxvi] 

Immerhin 35 Jahre hatte die Stadtbücherei ein dauerhaftes Domizil im Haus an der Friedrichstraße 18. Nach der Zerstörung des Hauptgebäudes fand sie von 1945 bis 1963 eine provisorische Unterkunft im Kaiser-Wilhelm-Museum am Westwall.

 

  1. Die Stadtbücherei am Theaterplatz

Schon 1946 beklagte sich der neue Leiter der Krefelder Stadtbücherei, Friedrich Schlüter, in einem Bericht zum Wiederaufbau der Stadtbücherei[xxvii] über nicht ausreichende Räumlichkeiten. Mit diesem Missstand musste die Kundschaft der Stadtbücherei aber noch 17 Jahre leben, bis der Neubau an der Carl-Wilhelm-Straße 11 (heute Theaterplatz 2) verwirklicht wurde. Auch diesem Projekt ging wieder eine jahrelange Suche nach einem geeigneten Gebäude bzw. Baugrundstück voran. Der erste Spatenstich erfolgte am 1. April 1960, die Eröffnung am 1. September 1962. Wieder musste sich die Stadtbücherei das Gebäude mit einer anderen Institution teilen, diesmal mit dem Bildungswerk (heute VHS), dessen Leitung Friedrich Schlüter in Personalunion innehatte. Eine genaue Beschreibung des Gebäudes durch den Architekten Wolfgang Ingber zeigt das moderne und lichtdurchflutete Gebäude als Quantensprung in der Gebäudegeschichte der Stadtbücherei. Besonderes Highlight war der Innenhof, der mit Kunst und einem Brunnen zum Verweilen einlud.[xxviii] Die Grundstücksgröße betrug ca. 1750 qm, die Kosten 1,5 Millionen DM.

Die neue Stadtbücherei an der Carl-Wilhelm-Straße 11 (heute Theaterplatz 2), April 1963. Quelle: STA.[xxix]

Nach dem Auszug des Bildungswerkes hatte die Bücherei erstmals ein Haus ganz allein für ihre Zwecke. Aber: statt die endgültige, wohl für alle Zeiten konzipierte Unterkunft der Stadtbücherei zu sein,[xxx] wurde der Platz für die unterschiedlichen Angebote schnell zu klein, nagte bald schon der Zahn der Zeit an dem neuen Gebäude! Konzipiert für einen Medienbestand von 90.000 Medien, beherbergten die Räume am Ende 190.000 Medien. Schon in den 1980er Jahren, unter Direktor Lutz Neidenberg,[xxxi] gab es erste Rufe nach einem Neubau, weil Umbaupläne zu kostenintensiv waren. Was für alle Zeiten währen sollte, wurde nach 44 Jahren innerhalb von zwei Wochen dem Erdboden gleichgemacht. Zwei Jahre gab es ein Übergangsquartier im Flachbau an der Steckendorfer Straße, bis das neue Haus am Theaterplatz von Oberbürgermeister Gregor Kathstede und Helmut Schroers als Direktor eröffnet werden konnte.[xxxii]

 

  1. Die Mediothek am Theaterplatz[xxxiii]

Niemand würde es heute wagen zu behaupten, dass das jetzt 10 Jahre alte Mediotheksgebäude, das am 1. April 2008 der Öffentlichkeit übergeben wurde, für die Ewigkeit gebaut sei. Auch wenn es das erste Gebäude der Stadtbibliothek Krefeld ist, dass diese ausschließlich zur eigenen Nutzung hat. Auch wenn es mit einem umbauten Raum von 35.500 qm das größte Bibliotheksgebäude der bisherigen Geschichte ist. Auch wenn wir oft als städtebaulicher und bibliothekarischer Leuchtturm bezeichnet werden, wissen wir nicht, was die Zukunft bringen wird. Innerhalb der letzten 10 Jahre haben wir das Innere des Gebäudes schon zweimal neuen Bedürfnissen angepasst.

Das wird auch in den nächsten 100 Jahren so bleiben. Denn wenn es eine Konstante in der 118jährigen Bibliotheksgeschichte gibt, dann die: Bibliotheksarbeit ist „work in progress“, ist stetige Arbeit am Konzept und dessen Durchsetzung. Sie passt sich, wenn sie gut ist, immer den Bedürfnissen der jeweiligen Kundschaft an. Das galt für den ersten Bibliotheksdirektor Waldemar Bahrdt zu Beginn des 20. Jahrhunderts genauso, wie heute für die erste Bibliotheksdirektorin Evelyn Buchholtz[xxxiv] im 21. Jahrhundert.

 

Verzeichnis der Fussnoten:

[i] Eine Gesamtgeschichte der städtischen Büchereien steht noch aus. Vielleicht bietet das 125jährige Bestehen im Jahr 2025 einen Anlass dafür?

[ii] Foto: Martin Kramer.

[iii] Bei dieser Betrachtung bleiben die Übergangsquartiere im Kaiser-Wilhelm-Museum am Karlsplatz, von 1945-1962, und an der Steckendorferstraße, während des Mediotheksneubaues, außen vor. Ebenso werden die ehemaligen Zweigstellen nicht berücksichtigt.

[iv] Quelle: Openstreetmap, Bearbeitung: Janina Hellmann.

[v] Siehe dazu detailliert: Gisela Hückels: Ein früher Plan einer Stadtbibliothek für Krefeld, in: Die Heimat, 33/1962, S. 8f.

[vi] Zur Gründungsgeschichte der Stadtbücherei siehe Petra Sturk: Stadtbibliothek Krefeld 1900-1933, Diplom-Arbeit zur Prüfung für den Studiengang Öffentliches Bibliothekswesen, masch.schr., Köln 1989 und Dies.: Die Stadtbibliothek Krefeld 1900-1933, in: Die Heimat, 63/1992, S. 140-145. Friedrich Schlüter: Die Anfänge der Stadtbibliothek, in: Die Heimat, 35/1964, S. 102-105.

[vii] Es gab mehrere Bibliothekskommissionen während der Gründungszeit. Die 1. war 1887 ins Leben gerufen worden. Sie war sozusagen eine Kommission des Museumsvereins, der sich ja hauptsächlich für die Errichtung einer Stadtbibliothek einsetzte. Ihr gehörten Honoratioren der Stadt und die Direktoren der weiterführenden Schulen an. 1891 wurde eine städtische Kommission gegründet, um die Errichtung einer Stadtbibliothek praktisch voranzubringen. Sie bestand in der Hauptsache aus Stadtverordneten und kümmerte sich um die Auswahl des Bibliothekars, der Räume usw. Vgl. dazu: Sturk, Stadtbibliothek Krefeld, S. 7f.

[viii] Schlüter, S. 104.

[ix] Stadtarchiv Krefeld (im folgenden STA), Bestand 4/1606, Spezialakten des Oberbürgermeisteramtes betr. Stadtbibliothek im Allgemeinen, Bl. 91 Bericht des Museumsdirektors Denneken [Mitglied der städtischen Bibliothekskommission; hdt] an Oberbürgermeister Ernst Küper, 30.09.1899.

[x] STA, Bestand 120 Zeitungsausschnittsammlung, Krefelder Zeitung Nr. 78 vom 12.02.1900. Die Rechtschreibung folgt in allen Zitaten dem Original.

[xi] Schlüter, S. 104f.

[xii] STA, Bestand 120, Krefelder Zeitung Nr. 108 vom 01.03.1900.

[xiii] STA, Bestand 4/1607, Spezialakten des Oberbürgermeisteramts Crefeld betr. Stadtbibliothek im Allgemeinen, Bl. 24 Mietvertrag, eingeheftet, 15.05.1901.

[xiv] Ebenda, Bl. 52, Programm für die Ausgestaltung der Stadtbibliothek, eingeheftet, 15.12.1902.

[xv] STA, Bildsammlung, Negativ Nr. 3910. Datum der Aufnahme ~ 1920

[xvi] Für beide Zitate: STA, Bestand 4/1606, Bl. 167, Programm für die Ausgestaltung der Stadtbibliothek, eingeheftet, 03.12.1901 und 29.10.1903.

[xvii] STA Bestand 4/1613, Unterbringung der Stadtbibliothek, Ankauf der Häuser Friedrichstraße 18 und Klosterstraße 25.

[xviii] STA, Bestand Bildsammlung, Negativ Nr. 24966.

[xix] Ebenda, Nr. 4916.

[xx] Ich bedanke mich herzlich bei meiner Kollegin Marie-Theres Esser-Ehmke und bei meinem Kollegen Martin Kramer für die Unterstützung bei der Recherche!

[xxi] Bauaktenarchiv der Stadt Krefeld, Bauakte Friedrichstraße 18, Baubeschreibung der Firma Baltus & Co [Eigentümer der Grundstücke Friedrichstraße 18 und Klosterstraße 25 nach 1945] an das Bauordnungsamt der Stadt, 25. Januar 1952.

[xxii] Ebenso möchte ich mich bei Herrn Can von Möbel Can für die freundlichen Auskünfte und die Erlaubnis zu fotografieren, bedanken.

[xxiii] STA, Bestand 4/1611, Haushaltspläne Stadtbücherei, 1899-1916, Blatt 111.

[xxiv] STA, Bestand 60/64, Personalakten, Personalakte Bahrdt, Blatt 35. *14.01.1863 in Lauenburg/Pommern, † 25.12.1920 in Krefeld. Studium der klassischen Philologie und Geschichte, Ausbildung als Bibliothekar an der Universitätsbibliothek in Gießen und an der Königlichen- und Provinzialbibliothek in Hannover.

[xxv] STA, Bestand 60/32, Personalakten, Personalakte Buschbell. * 13.07.1872 in Giesenkirchen, heute Mönchengladbach, † 10.11.1946 in Krefeld. Studium Geschichte, Geografie, Französisch, Deutsch und philosophische Propädeutik. Oberlehrer am Arndt-Gymnasium in Krefeld, zum 01.04.1921 vorzeitige Versetzung in den Ruhestand. Ab 01.06.1921 Verwalter der Stelle des Stadtbibliothekars mit 6monatiger gegenseitiger Kündigungsfrist.

[xxvi] Auch die Geschichte der Stadtbücherei Krefeld während der NS-Zeit muss noch untersucht werden, ebenso wie die Rolle Schröders. STA, Bestand P 33970 Personalakte Schröder. *02.09.1902 Frankfurt/M, † 11.05.1965 Coburg. Studium, dann Dt. Volksbüchereischule Leipzig, Staatsprüfung für den Dienst an Volkstümlichen Büchereien. Buschbell als kommisarischer Leiter: STA, Bestand 60/32, Bl. 136, Schreiben von Oberbürgermeister Hürter an Buschbell vom 10.01.1941.

[xxvii] STA, Bestand 120, unpaginiert, Friedrich Schlüter: Der Wiederaufbau der Stadtbibliothek, 24.12.1946. Friedrich Schlüter, * 22.10.1915 in Krefeld, † 15.02.1966 in Hüls (Krefeld). Studium u.a. Theologie, Geschichte, Kunstgeschichte. 1945 zum Direktor der Stadtbücherei gewählt, am 26.03.1946 als Beamter auf Zeit angestellt, siehe dazu: STA, Infokartei unter Schlüter, Friedrich (Bibliotheksdirektor). Auch Friedrich Schlüter starb im Amt. Kommissarisch, bis zur Wahl des neuen Direktors Otto-Eugen Lacour (*1918 in Hamburg, † 01.01.1988 in Köln; Direktor vom 01.04.1967 bis 31.10.1983), leitete Stadtarchivdirektor Guido Rotthoff (*27.10.1922 in Krefeld, † 15.06.2013 in Krefeld) die Stadtbücherei.

[xxviii] Wolfgang Ingber: Die neue Stadtbücherei in Krefeld, in: Die Heimat, 33/1962, S. 10-12. Zum Folgenden: STA, Bestand 120, Rheinische Post vom 4. Dezember 1968. 1,5 Mio DM sind nach heutiger Währung ca. 767.000€.

[xxix] STA, Bildsammlung, Negativ Nr. 5207, Stadtbücherei Krefeld, Blick von der Königstrasse aus.

[xxx] Spiegel der Zeit, Krefeld 1961-1964 [späterer Titel: Verwaltungsberichte], S. 145-151, S. 145.

[xxxi] Direktor von 1984-2000.

[xxxii] Direktor von 2000-2016. Schroers setzte konsequent auf die Einführung neuer Medien und Technologien.

[xxxiii] Vergleiche zum Mediotheksneubau: Katrin Hufschmidt und Helmut Schroers: Ist dieses Bauwerk wirklich real? Neueröffnung der Krefelder Stadtbücherei am Theaterplatz, in: Die Heimat, 78/2007, S. 43-45.

[xxxiv] Direktorin seit 2016.

8 Gedanken zu „10 Jahre Mediothek Krefeld – Festschrift – Eine kleine Gebäudegeschichte

  1. Nur eine kleine Anmerkung. Ich glaube, die Adresse vom Haus „zum Heyd“ war Wilhelmstraße 25 und nicht Friedrichstr. 25. Auf der Wilhelmstr. (heute Carl-Wilhelm-Str) war der Eingang, während auf der Friedrichstr nur Fenster waren. Oben steht: „Haus zum Heydt um 1907, Friedrichstrasse 25, Blick in die Carl-Wilhelm-Straße.“.

    „Heyd“ kommt von Heydweiller, Johann Valentin Heydweiller (ohne t) hat das Haus erbauen lassen.
    Friedrichstr. 25 ist auf der anderen Straßenseite – also schräg gegenüber. Haus Floh hat Nr. 27.

  2. Und diese Ecke wurde auch nicht „Innungshaus“ genannt, sondern Eigentümer der Gebäude Friedrichstr. – Klosterstr. war die Garngroßhandlung von Beckerath, zumindest in den 20er Jahren. Bitte anhand des entsprechenden Adressbuches von 1900 überprüfen.
    Wilhelmstr. 14 jedenfalls lag zwischen Königstr. und Friedrichstr. und nicht, wie oben dargestellt, zwischen Friedrichstr. und Klosterstr.

  3. Hallo Herr Rixen,
    erstmal vielen Dank für Ihre umfangreichen Anmerkungen und, dass Sie unseren Blogbeitrag auf Herz und Nieren geprüft haben. Zunächst einmal sei darauf hingewiesen, dass Frau Hufschmidt bei ihrer Recherche sich auf die Akten des Stadtarchives gestützt hat. Ihre Hinweise aufnehmend, hat sie sich heute nochmals dort rückversichert.
    Zu Ihrer Anmerkung hinsichtlich der fehlerhaften Adresse: „Friedrichstr. 25“ tauchte in den Unterlagen wie folgt auf: Stadtarchiv Bestand 4/1607, Bl. 24: Mietvertrag: Vermieter: „Genossenschaft Innungshaus e.G.m.b.H in Krefeld“ vermietet: „in seinem zu Krefeld Friedrichstr. 25“ gelegenen Hause folgende Räume „die ganze zweite Etage in dem Anbau an der Wilhelmstraße […]“
    Zu Ihrer Bitte, die Angaben anhand des Adressbuches 1900 zu überprüfen: Dies liegt in der Mediothek leider nicht vor, aber im Adressbuch von 1912 ist die Innungshaus e.G.m.b.H noch als Eigentümer von sowohl Friedrichstr. 25 als auch Wilhelmstr. 18 eingetragen.
    Beim „t“ im Namen Heyd handelt es sich wohl tatsächlich um einen Schreibfehler unsererseits. Vielen Dank für die Korrektur.
    Viele Grüße vom Social Media Team der Mediothek

    1. Liebes Social Team von der Mediothek,

      ich habe nicht sagen wollen, dass es das Innungshaus nicht gab, sondern dass es sich um das falsche Bild handelt. Auf dem obigen Plan ist die Wilhelmstr. 18 (Carl-Wilhelm-Str. 18) vollkommen korrekt eingezeichnet. Es ist von der Mediothek aus auf der linken Seite kurz vor der Friedrichstr.. An dieser Ecke ist auch das Haus Friedrichstr. 25. In den 20er Jahren war dann der Eigentümer die Gewerbe und Handelsbank e. G. m. b. H. Ihr gehörte dann auch das sog. Innungshaus, Wilhelmstr. 18, wo die Stadtbücherei 2 Räume gemietet hatte. Es ist also die Ecke, wo nach dem Krieg die Volksbank war (bis vor einigen Jahren).

      Das veröffentlichte Bild oben (Haus zum Heyd 1907) zeigt aber nicht diese Ecke, sondern die Ecke schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite rechts in Richtung Rathaus. Und diese Ecke hatte als Adresse Wilhelmstr. 25. Wäre der Eingang auf der Friedrichstr., hätte dieses Haus eine gerade Nummer.

      Ein sehr schönes Foto von diesem Haus mit einer kurzen Beschreibung ist in dem Buch „Krefeld – wie es war“ von Ernst Köppen und Dr. Guido Rotthoff. auf den Seiten 58 u. 59. Auf diesem Foto sieht man auch etwas weiter das Krefelder Rathaus. Dieses Haus fiel den Bomben zum Opfer und das Grundstück war nach dem Krieg lange Zeit unbebaut. Der Anbau, wo aber nach ihren Aussagen die Stadtbibliothek untergebracht war, war unversehrt. Bilder von dieser Ecke hat Peter Lengwenings in der Krefelder Facebook-Gruppe veröffentlicht. Heute ist an dieser Ecke ein Lotto-Toto-Geschäft. Wo früher die Nebengebäude waren, ist heute der Rathaus Treff (Catl-Wilhelm-Str. 27-29)..

      Kurzum: Richtiger Plan, Wilhelmstr. 18 korrekt eingezeichnet, aber das falsche Foto. Es gibt übrigens zumindest von der Ecke Friedrichstr. 25 ein Foto im Stadtarchiv, es hat die Negativnummer 5262 auf der Rückseite vermerkt, Aufnahmedatum war 1921. Es zeigt die Ecke Friedrichstr./Wilhelmstr. in Richtung Königstr. Links ist Haus Floh Hausnummer 27, rechts die Gewerbe und Handelsbank Hausnummer 25.

      Viele Grüße
      Wolfgang Rixen

      1. Sehr geehrter Herr Rixen,

        vielen Dank für diese Klarstellung. Wir geben Ihre Informationen an Frau Hufschmidt und das Stadtarchiv zur Prüfung und eventuellen Korrektur weiter.

        Viele Grüße vom Social Media Team

  4. Es ist auch geklärt, warum die Ecke Friedrichstr. 25/Wilhelmstr. 18 „Innungshaus“ genannt wurde.

    „Die Volksbank Krefeld von 1897 eG hat ihren Ursprung in der am 13. Mai 1897 gegründeten Innungsbank eGmbH. 1918 änderte die Bank ihren Namen in Bank für Gewerbe und Hausbesitz eGmbH. 1897 hatte die Genossenschaft 101 Mitglieder. Die Zahl stieg bis 1921 auf 742. 1922 wurde der Namen in Gewerbe- & Handelsbank eGmbH Krefeld geändert.

    Während der Währungsreform 1923 war die Gewerbe- und Handelsbank das einzige Kreditinstitut in Krefeld, das bei der Einführung der Reichsmark weiterhin Kundengelder entgegennahm. Zwischen 20 und 25 Mitarbeiter waren Tag und Nacht damit beschäftigt, das körbeweise angelieferte Papiergeld zu sortieren. Zeitgleich musste das Notgeld an den Ausgabeort gebracht und in Reichsmark zurückgetauscht werden.“

    Aus Wikepedia – Volksbank Krefeld

  5. So, jetzt nochmal eine Auskunft von uns. Da heißt es immer, dieser ganze neumodische Quatsch mit dem Internet sei Blödsinn. Ohne diesen Blog, ohne das Internet, vor allem aber ohne Sie, Herr Rixen, wäre dieser Bock, ob es ein kapitaler ist, mag jeder selbst entscheiden, wohl unentdeckt geblieben. Wir haben tatsächlich ein falsches Foto benutzt. Nostra maxima culpa. Vielen Dank für den Hinweis, wir haben das Bild im Blog ersetzt.
    Beste Grüße aus der Mediothek
    Das Social Media Team

    1. Das kann bei der sorgfältigsten Recherche passieren. Ich war heute Morgen sehr früh schon im Stadtarchiv und habe mich vergewissert und wieder etwas dazu gelernt.

      Ich habe auch einen Blick in das Adressbuch von 1900 geworfen. Da war die Stadtbibliothek schon unter den Mietern des Hauses Wilhelmstr. 18 aufgeführt. Das Haus gehörte damals einer Scheidt Joh. Witwe aus Kettwig an der Ruhr. Das Eckhaus Friedrichstr. 25 gehörte der Innungshaus GmbH. Später erwarb diese auch das Haus auf der Wilhelmstr. 18.

      Und das schöne Haus „Zum Heyd“ gehörte im Jahr 1900 der Bank von Molenar & Co., ab 1912 etwa dann Oskar Beckerath, dessen Mutter wiederum eine geb. Heydweiller war.

      Jedenfalls ist die Entwicklung der Stadtbliothek bis zur heutigen Mediothek wirklich spannend und das wird sie auch bleiben, denke ich.

      Viele Grüße
      Wolfgang Rixen

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