Die Mediothek und ich oder: wie ich als Quereinsteigerin in die Stadtbücherei kam

Das Buch und ich sind schon seit frühester Kindheit eins, von daher ist es vielleicht doch nicht so verwunderlich, dass ich hier gelandet bin. Meine Eltern haben mir schon als Kleinkind vorgelesen, ohne einen großen Bücherkoffer ging es nie in den Urlaub und als ich nach dem Abi ein Soziales Jahr in einer großen Einrichtung für Behinderte in Lübeck gemacht habe, mussten alle meine Bücher mit.

 

Das Soziale Jahr habe ich gemacht, weil ich nach meinem miesen Abi nur wusste, was ich beruflich nicht machen wollte. Nach diesem Jahr wusste ich dann, was ich mache: Geschichte und Italienisch auf Magister studieren. Das tat ich dann sehr ausgiebig 😉 und mit großer Leidenschaft in Düsseldorf und Köln. Nach kurzer Arbeitslosigkeit habe ich dann in der NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld, auch Villa Merländer genannt, eine Stelle bekommen und dort einige Jahre als Dokumentationsassistentin gearbeitet. Nach Eingliederung der NS-Dok-Stelle in das Stadtarchiv habe ich eine Zusatzausbildung zur Archivarin beim Landschaftsverband Rheinland absolviert und blieb weiterhin im Stadtarchiv tätig.

 

Nach der Geburt meiner zweiten Tochter wollte ich eigentlich drei Jahre Erziehungszeit nehmen, aber nach zwei Jahren zog es mich doch wieder zur Arbeit hin. Meine Stelle im Stadtarchiv war mit einer Vertretung besetzt und so schlug die Stadtverwaltung vor, ich möge mich doch in der Stadtbücherei vorstellen. Herr Schroers, der damalige Direktor der Bücherei, akzeptierte mich und so sollte ich zwei Jahre das Team verstärken, bis meine alte Stelle im Stadtarchiv wieder frei würde. In diesen zwei Jahren arbeitete ich an der Verbuchungstheke und im Mahnwesen. Mir gefiel es sehr gut in der Stadtbücherei und dem Team und ich stellte mich wohl nicht zu doof an, denn als eine Bibliothekarin in den Ruhestand ging, wurde mir die freiwerdende Stelle angeboten. Ich akzeptierte und war glücklich!

 

Meine Aufgabengebiete bestanden zunächst im Infodienst und den Lektoraten Erdkunde und Heimatkunde (Heimatkunde passt für eine Historikerin und Archivarin). Erdkunde bekam ich, damit ich auch noch was „aus´m Leben“ haben sollte. Mit der Zeit wurden meine Aufgaben immer mehr und immer vielfältiger. Ich war so eine Art Joker, der bei allerlei Aufgaben eingesetzt werden konnte. Neben dem Lektorat Geschichte, das ich jetzt seit über zehn Jahren betreue, habe ich zwischendurch zweimal das Lektorat Psychologie gehabt. An vielen Projekten, wie dem LernCenter, der Digithek, dem Gaming und dem MedioSpace (das wird unser neues Projekt, seid gespannt!), war und bin ich beteiligt. Ich bin also nicht nur dem Buch zugeneigt, sondern auch der Technik. Mein Organisationstalent kann und konnte ich in unserem Mediotheksneubau und diversen Umbauaktionen einbringen. In Mathe war ich zwar in der Schule schlecht, aber rechnen kann ich und wenn Regalflächen berechnet werden müssen oder die Statistik für die Digithek gemacht wird, mache ich das. Mediotheksarchivarin und Mediothekshistorikerin bin ich auch noch, das versteht sich bei meinem Background ja von selbst.

 

Das Tolle an meiner Arbeit ist die Vielfältigkeit: die unterschiedlichen Aufgaben, ständig am Puls der Zeit zu sein und die Angebote der Mediothek weiterzuentwickeln (und damit auch mich selbst), die Vielfalt an Menschen mit der ich es täglich zu tun habe, das tolle Team und das superleckere kulinarische Angebot bei Feiern 😉 machen, dass ich mich fast immer auf die Arbeit freue.

Katrin Hufschmidt

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