Is this the real life? – Bohemian Rhapsody

Hallo zusammen, wir waren im Kino…und zwar generationsübergreifend 😉 Schaut mal, was wir erlebt haben…

Chiara, Jule und Dana – die Jugend!

Der Vorhang schließt sich, die Lichter gehen an. Chiara beugt sich langsam vor, streicht sich die Haare aus dem tränenüberströmten Gesicht und kommentiert trocken: „Zum Glück sind wir nicht emotional geworden.“
Welchen Film wir gesehen haben? Das epische Meisterwerk Bohemian Rhapsody.

Dabei war es erstmal schon eine Herausforderung ins Kino zu kommen, was Chiara unter Schmerzen feststellen musste, als sie am Eingang über die Stufe stolperte und in die Tür krachte. Dana, die bereits innen wartete, wusste dann auch sofort dass wir angekommen waren. Die Dame an der Kasse betrachtete uns währenddessen schon etwas konsterniert, was nicht besser wurde als wir mehrere Anläufe brauchten, um vernünftige Fotos für euch hier zu machen.

 

Zum Einlass legte Jule einen bemerkenswerten Sprint hin, um die besten Plätze zu sichern (was ihr auch gelang), während Dana Apfelschorle und Chiara Popcorn für alle kauften, weil Jule nämlich großzügigerweise die Tickets bezahlt hatte (Danke, Jule!). Das war allerdings auch Teil der Strategie Chiara überhaupt dazu zu überreden, sich den Film anzusehen, da er sie erst wenig interessierte. Im Nachhinein musste sie zugeben, dass die anderen Recht gehabt hatten: Er war großartig.
Um die langweilige Zeit vor der Werbung zu überbrücken, führten Jule und Chiara Dana in die fantastische Welt der Gebärdensprache ein (Ein tolles Hobby! :D), was unsere Sitznachbarn mit unverhohlener Neugier beobachteten. Dieselben Sitznachbarn waren übrigens begeistert von unserem Interesse an einem Film über eine Band, die ihren Höhepunkt vor unserer Zeit hatte – leider! 😦

Jule hatte den undankbaren Mittelplatz, musste also das Popcorn für alle halten. Als nur noch die Körner übrig waren (ja genau, die, denen Zahnärzte ihr gesamtes Vermögen verdanken) und sie keine Lust mehr hatte den leeren Becher festzuhalten, stellte sie ihn auf den Boden, nur um später aus Versehen ihren Fuß hinein zu stellen und für den Rest des Tages klebrige Sohlen zu haben.

So, und jetzt kommen wir endlich auch mal zum Film.
Wie ihr wahrscheinlich schon erraten habt, war der Kommentar in der Einleitung natürlich gelogen. Von wegen nicht emotional! Ab der Mitte des Films war Chiara ein emotionales Wrack. 😀
Während Jule auch die eine oder andere Träne verdrücken musste, sind Danas Augen trocken geblieben. Sie hat den Film aber auch schon zum dritten Mal gesehen und ist etwas kaltherzig. 😉
Aber Spaß beiseite. Denn obwohl der Film auch witzige Parts enthält („Wie viele Galileos willst du noch?“) ist vor allem der Mittelteil sehr ernst und dramatisch.
Die Band gerät immer wieder in Streits, sowohl bei musikalischen, als auch bei persönlichen Aspekten. Vor allem Freddies eigentlich einsames Privatleben, dessen Leere er mit extravaganten Partys und falschen Freunden zu füllen versucht, und die zunehmende Fokussierung der Presse auf ihn als Frontmann, womit er nicht gut umgehen kann, sind ein großes Problem. Zudem erfährt der Sänger hier von seiner HIV-Infizierung.
Und obwohl ebendiese Diagnose wie ein Schatten über dem Rest des Films hängt, waren es letztendlich auch viele Freudentränen, die uns über die Wangen gelaufen sind.
Die Geschichte einer Band, die die Grenzen aller Genres sprengte, sich nichts gefallen ließ und innerhalb von 15 Jahren von Kneipenbühnen ins Wembley Stadium gelangte, ist sehr bewegend und lässt einen auch nach dem Abspann nachdenklich zurück.

Ein wirklich grandioses Filmerlebnis also, das jeden berührt – ob Queen-Fan oder nicht – und nochmal zeigt wie wichtig die Rolle dieser Band in der Musikgeschichte war und ist. Allein Freddie Mercurys Interaktionen mit dem Publikum (Ay-Oh!), die zur Zeit des Films noch etwas völlig neues waren, gehören mittlerweile bei den meisten Konzerten zum Standardprogramm.
Und legendäre Hits, wie „We Will Rock You“ oder „We Are The Champions“, sind natürlich immer noch Ohrwürmer. 😀

Bis bald, eure Lieblings-Azubis
Dana, Jule und Chiara 😉

Martin – Das Alter!

Open your eyes, look up to the skies and see

Nach den jungen Mädels eben ist es jetzt Zeit für den alten Knacker ;). Mit annähernd 40 Jahren auf der Uhr hat mich Queen in ihrer zweiten Schaffensphase beim Erwachsenwerden, ein Prozess, der bei mir irgendwie noch nicht abgeschlossen ist, begleitet. Als der Film 2010 angekündigt wurde, hatte ich ehrlich Sorge, ob man aus dem Stoff einen guten Film würde machen können. Was soll ich sagen, ich war im Kino und es war ein unglaubliches Erlebnis. Aber, fangen wir vorn an.

An das legendäre Konzert 1985 im Wembley kann ich mich so gerade dunkel erinnern, mein Queenfan-Startschuss war aber „One Vision“ im Soundtrack zum, ziemlich flachen, Film „Stählerner Adler“. Der Song hatte mich in den ersten paar Sekunden und nach kurzer Recherche, damals noch in einem Plattenladen, die Älteren werden sich erinnern, fing ich an Queen zu hören. Die einzigartige Stimme von Freddie Mercury, die geilen Riffs, überhaupt die Bandbreite, was soll ich sagen, ich war Fan. Und heute? Nun, keine Karaokeparty, ohne das ich mindestens mal „Radio Gaga“ oder die „BoRhap“ sin…na, sagen wir…performe 😉 . Und jetzt also dieser Film. Ein Besuch im Kino war Pflicht.

Queen musst du laut hören

Teures Popcorn, lange Werbung, noch ein Trailer, nochmal Werbung….und dann…der Jingle von 20th Centruy Fox wird mit der E-Gitarre eingespielt und dann geht es los. Tolle Aufnahmen eines Rami Malek, der sich bewegt und aussieht wie Freddie Mercury, man ist sofort drin, der Sound geht ins Blut, es war eine gute Idee in ein Kino mit großen Boxen zu gehen. Queen ist immer geil, aber richtig wirkt es, wenn es LAUT ist! Kurz bevor es dann in Wembley auf die Bühne geht, blendet der Film aus und man ist im Jahre 1970 und verfolgt die Geschichte, wie sich die Band findet und entwickelt.

Natürlich ist der Film komprimiert, natürlich ist nicht alles exakt, ABER, mich hat dieser Film gepackt, ich hatte oft Gänsehaut, an manchen Stellen sogar die ein oder andere Träne im Auge. Wenn ihr noch ins Kino wollt, schaut mal genau auf Eure Mitkinogänger. Ich habe das öfter getan, und es ist faszinierend, wie auf einmal mitgeklatscht wird, wenn „We will rock you“ entsteht, wie ein Lächeln Münder umspielt, wenn das berühmte Riff aus „Another one bits the dust“ erklingt.

Ich würde den Film grob in drei Teile einteilen wollen, einen sehr musikalischen Anfang, oftmals auch sehr humorvoll, an dieser Stelle sei der Auftritt von Mike Myers als Produzent Ray Foster genannt. Was für eine geniale Idee ihn zu besetzen. Wer Wayne’s World kennt, wird verstehen, warum Mike Myers in Bohemian Rhapsody besetzt werden MUSSTE! 😉

Dann gibt es einen eher düsteren, schweren Mittelteil, die sexuelle Ausrichtung von Mercury wird Thema, der Einfluss der Öffentlichkeit, das Zerrissene und auch die Einsamkeit, die Streitereien mit den anderen, übrigens auch sehr gut gespielten, Bandmitgliedern und die sich langsam abzeichnende AIDS-Erkrankung. Hier geht mir der Film ab und an nicht tief genug, da hätte ich mir noch mehr gewünscht, mehr zu den Beweggründen für bestimmte Entscheidungen.

Und dann ist da der dritte Teil, das Finale. Was soll ich sagen, während ich hier sitze und diesen Beitrag schreibe läuft auf meinem Fernseher der Livemitschnitt des LiveAid Konzertes von Queen. 20 Minuten Queen und Mercury PUR. Und exakt genau so fühlst du dich im Kino. Die Umsetzung, die Choreografie, die Bewegungen, unfassbar.

Mein Fazit: Absolute Empfehlung. Ich habe viele Kritiken gesehen, manche sind euphorisch wie meine, andere finden den Film zu oberflächlich, zu wenig wird auf die anderen Bandmitglieder eingegangen. Da mag etwas dran sein, für mich ist dieser Film ein Biopic wie ich es mir wünsche, ich werde mitgerissen, es gibt geniale Musik, Gänsehaut und ein Finale, von dem ich hoffe, dass es jüngeren Kinobesuchern zeigt, wie das ist, wenn echte, handgemachte Musik Millionen von Menschen begeistert 😉

Euer Martin

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