Sting – an einem heißen Sommerabend

  Am 25. Juni 2019 hat Sting im Mönchengladbacher Hockeypark eines seiner „My-Songs“-Tour-Konzerte in Deutschland gegeben. (Übrigens hat uns Niemand beauftragt, diesen Beitrag zu schreiben.) Sting begleitet mich schon mein ganzes Beziehungsleben lang, denn mein Mann ist ein großer Fan. Auch die Musik von Police (für die Jüngeren: das ist eine Band gewesen in der Sting früher gespielt hat) hat ihn schon begeistert. Vor 23 Jahren haben wir Sting, gerade Eltern geworden, in der Philipps-Halle in Düsseldorf live gesehen. Höchste zeit also, mal wieder zu einem seiner Konzerte zu gehen. Und wenn er schon vor unserer Haustür spielt, dann schenke ich meinem Liebsten natürlich die Karten zum Geburtstag.

Sting, der ja aus Newcastle in England stammt (übrigens eine sehr sehenswerte Stadt. Näheres zu Sting, seinem Leben und Werk findet sich hier: https://www.sting.com/), hat ein paar seiner Hits neu interpretiert und die CD „My Songs“ herausgebracht. Er ist mittlerweile auch schon fast 68 Jahre alt, hat aber noch eine super Energie und einen tollen Body :-). Er spielt das zweistündige Konzert praktisch ohne Pause, ein Song geht in den anderen über. Das ist, besonders bei Temperaturen um die 34 Grad, eine beeindruckende Leistung! Nur einmal setzt er sich für ca. 3 Minuten hin und trinkt aus einem Becher. Aber ob da Tee drin ist? Wer weiß?

Ich hatte ja befürchtet, dass wir auf der Tribüne (ja, ich bin ne alte Schachtel) von der Sonne gegrillt werden. Aber wir hatten Glück! Die Sonne verschwand um die Ecke vom Tribünendach und es ging ständig eine leichte Brise, was für mich die Hitze gut erträglich machte. Bei den Stehplätzen auf dem abgdeckten Rasen gab es Wasserschläuche zur Erfrischung und es gab einen (sic!!!) Wasserstand, wo sich alle kostenfreies Leitungswasser holen konnten. Bei mehreren Tausend Besucher*innen viel zu wenig! Zum Glück sind die Leute nicht reihenweise umgekippt (Sanis waren genug vor Ort).

Es reiht sich Hit an Hit, aber sie werden nicht runtergenudelt, sondern toll interpretiert. Dazu trägt auch seine sechsköpfige Band bei, bei der unter anderem die Sängerin, der Sänger und der Herr an der Bluesharp begeistern. Leider konnte ich die Namen nicht verstehen. Viele Police-Titel, wie „Roxanne“ oder „Wrapped arround your finger“ werden gespielt, Welthits, wie „Message in a Bottle“ usw. Das zahlreich erschienene Publikum ist begeistert, singt, klatscht und tanzt mit. In einer lauen Sommernacht wird es ja nicht so schnell dunkel, deshalb kommen die Smartphones nicht als Leuchten zum Einsatz, nur zum Fotos und Videos machen. Früher wurden da Feuerzeuge für genommen ;-). Ab Ende Zwanzig geht es los, Babyboomer, so wie ich, sind allerdings in der Überzahl. Viele Frauengruppen und Paare sind gekommen. Großen Anklang finden alle Sätze, die Sting in akzentfreiem Deutsch sagt. Bei „So lonely“ textet er etwas zur Mönchengladbacher Sommernacht. Aber so etwas ist ja heute eigentlich schon Standard. Ich finde das ewas aufgesetzt, für ein Clubkonzert passt es besser. 

So langsam füllt es sich…

Dass das arabische Kulturelement in Deutschland angekommen ist und aufgenommen wurde, zeigt sich bei dem Lied „Desert Rose“. Hier gibt es im Publikum kein Halten mehr. Alle grooven mit, diejenigen, die auf den Tribünen sitzen, stehen auf. Für mich der Gänsehaut-Moment des ganzen Abends.

Nach zwei Stunden und drei Zugaben, dabei als letzter Song „Fragile“, bei dem Sting seinen Bass gegen eine Akkustikgitarre tauscht, stehen wieder alle und wollen ihn nicht gehen lassen. Aber er lässt sich nicht ein zweites Mal erweichen. Da alles Openair stattfindet, können wir sehen, wie die Band das Gelände verlässt. Freundlicherweise wenden sich alle Künstler*innen im Abgang nochmal dem johlenden Publikum zu. Dann steigt Sting in eine Limousine. Dazu gibt es eine kleine Anekdote: Als Kind hat er in Newcastle erlebt, wie ihm die Queen aus einer Luxuslimousine heraus zugewunken hat. Daraufhin hat er sich vorgenommen: I want to sit in that car. Hat geklappt!

Was gar nicht klappt, ein leidiges Thema, ist die Abfahrt von den Stadion-Parkplätzen. Diese sind seit dem Bau den Borussiaparks schlecht und leider hat es in den 15 Jahren, die seitdem vergangen sind, keinerlei Verbesserungen gegeben. 45 Minuten sitzen wir im Auto (natürlich ohne den Motor laufen zu lassen!) bis wir vom Gelände fahren können. Trotzdem ist mein Mann zufrieden: Er hat eines der besten Konzerte seines Lebens gehört und gesehen (O-Ton).

Katrin Hufschmidt

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