Tiefe Keller, kein Licht und überall Staub

Hi, hier ist Dana, eine der Azubis in der Mediothek, und heute geht es um mein Praktikum im Stadtarchiv Krefeld.

Zuallererst möchte ich sagen, dass die Überschrift keineswegs zum Stadtarchiv zutreffend ist. Die Meinungen über Archive sind meistens sehr von Wörtern wie diesen geprägt, aber heute will ich euch das Gegenteil beweisen!

Mein Praktikum im Stadtarchiv ging drei Wochen lang. In den ersten paar Tagen habe ich mit den Kollegen des Stadtarchives  Akten entmetallisiert (für alle die darüber gestolpert sind, wir haben Akten von Metall befreit wie z.B. Büroklammern oder Heftklammern) und von dem alten Bestand in den neuen umgearbeitet.

Für diese Arbeit ist ein sogenannter Klammerentferner von Nöten.

Ich sage euch, es ist sehr viel spannender, als es sich anhört. Man darf den ganzen Tag alte Akten einsehen und Schriften lesen, die man gar nicht als solche erkennt. 🙂

Schon in der ersten Woche wurde mir der Schönhausen Chor Bestand  zugeteilt. Das ist wirklich total cool, denn das bedeutet: selber erfassen, selber einarbeiten und alleinige Macht über diese Akten! Nein Spaß, also alleinige Macht auch nicht wirklich, aber die Entscheidungen triffst nur du, das ist echt spannend.

Wenn ich den Akten passende Titel vergeben habe (was manchmal gar nicht so einfach ist), werden diese in säurefreie Mappen gelegt und die Mappen wiederum in säurefreie Kartons. Säurefrei deswegen, damit nach einiger Zeit das Papier nicht angegriffen wird und die Akten unbeschädigt bleiben.  

Wenn alle Kartons aufgebraucht sind, müssen neue gefaltet werden und dafür benutz man Handschuhe, als würde man einen OP-Saal betreten:

Ehrlich, es ist total witzig diese Handschuhe zu tragen und damit die Kartons zu falten, aber sie erfüllen den Zweck, dass man keine Schnitte an den Händen bekommt. Die Kartons sind enorm scharfkantig und das tut weh! Leider musste ich das erst an meinen eigenen Händen erfahren, bis ich die Handschuhe angezogen habe. Tja, was sagt man dazu: Shit happens 🙂

Zwischenzeitlich durfte ich dann noch mein detektivisches Können auf die Probe stellen und alte Briefe und Schriften übersetzten. Das war gar nicht so einfach! Dank der Abrissarbeiten der alten Botenmeisterei, wurden die Schreibtische zum Vibrieren gebracht und die Konzentration lies etwas nach.

Nach kurzer Zeit habe ich mich dann aber eingelesen und diesen Brief übersetzt:

Nachdem ich die Aktenordner des Chores fertig hatte, kamen die Kartons mit den Plakaten, die echt groß waren (fast so wie ein Papiercontainer :))

Die Plakate waren sehr interessant. Teilweise musste ich wieder mein detektivisches Können anwenden, um die Jahreszahlen herauszufinden, das war nicht einfach. Das hat mich allerdings nicht davon abgehalten, mit den Plakaten auch mal Kampftechniken oder balancieren zu versuchen.

Wie ihr seht, hat mir das Praktikum wirklich viel Spaß gemacht, ich habe eine Menge gelernt und ich kann es nur weiterempfehlen. 

Was die Vorurteile eines Archives angeht, so muss ich sagen, dass dies auf gar keinen Fall stimmt.  Die Arbeit ist super spannend. Man sitzt nicht in fensterlosen Büros herum oder sucht im staubigen Keller nach uralten Akten. Naja, uralte Akten gibt es da schon, aber gerade diese Historie fasziniert mich daran. Man erfährt so vieles, was man sich nicht denken kann und diese Erfahrung muss man gemacht haben!

Also: Wer Zeit und Lust hat kann gerne vorbeischauen, allerdings vielleicht die Corona-Krise abwarten, das wäre super! 🙂

Ich freue mich darauf meine Arbeit in der Mediothek wieder aufnehmen zu können und vielleicht hört ihr nochmal das ein oder andere von mirJ

Liebe Grüße auf dem Weg vom Archiv zur Mediothek,
eure Dana

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