Radtouren der Mediothek – Teil 2 – Die Landpartie

Hallo zusammen,

herzlich Willkommen zu unserer zweiten Radtourempfehlung. Wir waren echt positiv überrascht, wie gut die erste Runde bei Euch angekommen ist. Vielen Dank für das viele positive Feedback auf den unterschiedlichen Kanälen, das gibt ordentlich Motivation weiter zu machen. Die erste Tour, die ihr HIER nochmal nachlesen könnt, führte uns ja zu den Klassikern, heute geht es mal ein bisschen raus aufs Land. Wie bei fast allen Blogbeiträgen hier gilt natürlich auch wieder, dass wir das einfach so machen, uns niemand beauftragt oder gar bezahlt hat.

Dreimal Park und dann raus aus der Stadt

Gestartet wurde natürlich wieder bei uns „zu Hause“, also an der Mediothek. Das Wetter am Sonntag war ganz OK, kein Regen, etwas Sonne, allerdings ziemlich windig. Die Tour sollte aber nicht so lang werden, da sollte das schon passen.

Es ging zuerst auf die Gartenstraße in Richtung Stadtgarten. Das ist schon wirklich schön, man radelt quasi von der Mediothek aus direkt auf den Musikpavillon im Stadtgarten zu und hat ihn auch die ganze Zeit vor Augen. Man macht sich so im Alltag ja meist keinen Kopf um solche Anlagen, aber der Stadtgarten wurde schon 1814 abgelegt, allerdings nicht als Park, sondern als Friedhof. Einige der Denkmäler stehen dort heute noch. Umwidmungen und die Errichtung des Musikpavillons änderten dann das Bild zu dem, welches wir heute kennen. Mittlerweile finden in der Mitte des Park Sommerabend-Konzerte statt, die Stimmung, wenn dann etliche Menschen auf den Bänken und Wiesen sitzen und der Musik lauschen, das hat schon was.

Einmal quer durch den Stadtgarten und dann über den Preußenring und die Schluff-Trasse scharf rechts am Amtsgericht vorbei in den Kaiser-Wilhelm-Park. Hier radelt man unter alten und wunderbaren Bäumen hindurch, auch wenn der Park an sich eher einfach und gradlinig wirkt. In der Mitte gibt es Sportplätze und am Ende eine recht große Wiese. Der Park wurde zum Regierungsjubiläum von Kaiser Wilhelm 1913 angelegt und liegt doch recht versteckt neben dem Preußenring und hinter der dortigen Holzhandlung.

Am Ende aus dem Park kommend führte die Route dann auf die Industriestraße. Hier ist der Name Programm, man sieht an deren Ende bereits das Kesselhaus mit dem hohen Schornstein des heutigen Mies van der Rohe Businessparks. Der ehemalige Firmensitz der VerseidAG hat immer noch eine große Strahlkraft, zumal im Bauhaus-Jahr. Auf der Website des Businessparks gibt es einen geschichtlichen Abriss und einige spannende Bilder, schaut mal HIER.

Weiter, vorbei am Stadthaus und dem Eisstadion führte die Route über die Ottostraße zum „Strandbad Westend“. Nie gehört? Nun, so hieß die Kiesgrube am Kempener Feld, in der Nähe der Schule Horkesgath von 1934 bis 1973. Heute ist Holthausens Kull mit dem kleinen Ottopark eine kleine Naherholungsanlage durch die ihr das Bike bitte schiebt, das Ganze ist nur für Fußgänger, aber ein Blick lohnt sich. Rund um den Teich stehen schöne Bäume und man kann dort wirklich Natur genießen, auch wenn der Park recht klein ist.

So langsam ging es aus der Stadt raus, parallel zur Strecke des „Niers-Express“ führt die Ortmannsheide, ein geschotterter Weg in Richtung Nordwesten. Wenn ihr hier langfahrt, schaut gut auf den Boden, er ist ziemlich wellig und ausgewaschen, es gibt viele Senken. Bei trockenem Wetter geht das auf die Federn und den Rücken, bei Regenwetter müsst ihr Pfützen umkurven, aber ihr fahrt zwischen Feldern entlang und nicht zwischen Autos.

So ging es dann auch weiter, immer mehr oder minder parallel zur Eisenbahnlinie führte die Tour in Richtung Kempen weiter. Zwischendurch kritisch beäugt vom einen oder anderen Schaf und vielen Schwalben und Greifvögeln.

Ein winziges Stückchen L379 und dann scharf links in die Alte Kempener Landstraße. Und hier ist es wirklich schön zu fahren, der Boden ist zwar schon recht alt und entsprechend rissig, aber die Natur drumherum ist herrlich. Knorrige Bäume, der ein oder andere Obstbaum und an der Kreuzung „Am Himmeshof“ steht ein NABU Vogelturm. Das Gemäuer war von 1925 bis 2001 ein Bauwerk, welches der Stromversorgung der umliegenden Höfe gedient hat. Als der Turm überflüssig wurde, haben der NABU, die Stadtwerke Krefeld und die Stadt Krefeld daraus einen Vogelturm gemacht. Jetzt kann dort genistet werden. Dort mal anzuhalten und ein bisschen Ornithologe zu spielen kann sich durchaus lohnen.

Schon faszinierend, es braucht nur ein paar wenige Kilometer und man radelt durch ländliche Gebiete und kann die Stadt mal hinter sich lassen. Das bedeutet natürlich auch, dass man sich anderen Gefahren gegenüber sieht. Quert man auf dem Stimmesweg erst noch die Bahntrasse des RE10, und gelegentlichen Chemielieferungen an einen Betrieb in Kempen, muss man direkt dahinter gut auf die vierbeinigen Verkehrsteilnehmer aufpassen. So ist das eben auf dem Land 😉

Neben der Schnellstraße „Krefelder Weg“ führte die Route dann weiter zum Haus Bockdorf. In der Umgebung vielleicht eher als Gut Heimendahl bekannt. Mit dem Hoffest, der Schafschur und Ritterlagern taucht dieser Gutshof immer mal wieder in der Presse auf. Die Geschichte ist recht eng mit Krefeld und der Seidenfabrikation verbunden, hier lohnt auch ein Blick in einen Sonderdruck des Heimatvereins Viersen rund um das Gehöft. Eindrucksvoll sieht es auf jeden Fall aus.

Über „Am Tröschkes“ und ein ganz kurzes Stückchen L362 ging es zur nächsten Sehenswürdigkeit. Nahezu ohne Autoverkehr führte die Tour dann über Schmelendorf und Unterweiden zum Obsthof Unterweiden. Bevor man dort ankommt, tauchen aber auf der linken Seite zwei sehr flauschige und knuffige Tiere auf. Hierbei handelt es sich um zwei Exemplare der gefährdeten Großeselrasse „Poitou“. Die Rasse ist schon sehr alt und wurde für die Feldarbeit und den militärischen Einsatz gezüchtet. Beides bleibt den Exemplaren hier erspart, sie sehen eher tiefenentspannt aus. Ein Blick lohnt aber in jedem Fall, sie sind schon verdammt knuffig.

Über einen kurzen Schwenk durch Sankt Tönis, zumindest den Rand davon, geht es dann nach Schicksbaum hinein. Der Stadtteil ist noch relativ jung, knappe 20 Jahre alt sind die Häuser dort jetzt, früher war dort Wiese, heute ist es einer der buntesten Stadtteile Krefelds, viele Nationen leben dort zusammen und gerade der lange Grünstreifen mit verschiedenen Spielplätzen, welcher sich durch den Stadtteil zieht und Teil unserer Route war, macht was her.

Aus dem Stadtteil kommend sind wir in dieser Empfehlung ganz bewusst ein kurzes Stück an der L475, der Sankt-Töniser-Straße entlanggeradelt, sie wird kurze Zeit später zu Sankt-Anton-Straße. Dieser Abstecher zeigt, wie sich das radeln in Krefeld anfühlen kann, direkt neben einer zweispurigen Einfallstraße, laut hektisch und alles andere als schön.

Schafft ihr es bis zur Kreuzung mit der B9, und habt ihr Glück und seid zeitgleich mit dem Schluff, unserer historischen Eisenbahn, vor Ort, könnt ihr die Dampflokomotive mitten in der Stadt sehen, sicherlich auch kein ganz alltägliches Bild.

Aber darauf wollten wir gar nicht hinaus, sondern darauf, dass ihr ab dieser Kreuzung eine der Krefelder Fahrradstraßen benutzen könnt. Das ist tatsächlich ein Unterschied wie Tag und Nacht. Wenn ihr auf der Sankt-Anton-Straße bleiben wolltet, müsstet ihr runter vom Radweg und auf der Straße fahren. Direkt parallel dazu verläuft aber die Dionysiusstraße. Sie läuft direkt auf die gleichnamige Kirche zu und ist als Fahrradstraße eingerichtet, das heißt, ihr dürft sie in beide Richtungen befahren und habt Vorrechte. Gut, das wissen nicht alle Autofahrer, aber es ist auf jeden Fall deutlich ruhiger dort zu fahren als auf der Hauptstraße nebenan. Ein Blick auf die Fassaden rechts und links lohnt übrigens durchaus auch.

Die letzten Meter zurück zu Mediothek sind dann auch schnell genommen und vorbei am Rathaus, einem ehemaligen Stadtpalais der Fabrikantenfamilie von der Leyen, führte die Route wieder zum Theaterplatz.

Und das soll es, nach knapp 23 Kilometern, auch schon wieder gewesen sein. Wir hoffen, ihr könnt mit der Tour etwas anfangen, sie vielleicht nachfahren oder erweitern. Wenn diese Empfehlung und Beschreibung so gut ankommt wie die erste, dann werden sicher noch einige folgen. Wie beim letzten Mal auch, haben wir jetzt noch die Übersicht, die GPX Daten und das Relive Video für Euch.

Hier geht es zu den GPX Daten 😉

Und das Relive Video…

Postet gern, wenn ihr Anmerkungen habt, ansonsten lesen wir uns hier wieder zur nächsten Tour. Bis dahin wünschen wir Euch eine schöne und unfallfreie Zeit auf dem Rad.

Euer Mediotheksteam

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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