Wenn Deine Mutter mit Deinem Vater einen Scharfschützeneinsatz plant – Eltern-LAN in der Mediothek

Hallo zusammen,

heute haben wir für Euch mal einen Veranstaltungstipp, für den wir aus einer früheren Veranstaltung berichten. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Fangen wir vorne an. In ein paar Tagen findet in Köln wieder die Gamescom statt, eine riesige Messe rund um das Thema Gaming und digitale Spiele. Es werden wieder etliche Menschen durch die Messehallen pilgern und sich die neuesten Spieletitel auf den Konsolen und dem PC ansehen. Spielen und Gaming, auch eSports, also Turniere am PC, sind längst im Mainstream angekommen. Das ist etwas Gutes und wir als Kulturinstitut begrüßen natürlich auch die Tatsache, dass das Spiel seit Jahren als Kulturgut anerkannt ist.

So weit, so gut. Aber, und auch das ist ein Teil der Wahrheit, Spiele faszinieren, aber Spiele bergen natürlich auch Gefahren. Was passiert, wenn mein Kind in den virtuellen Welten versinkt, wie lange Zocken ist normal, ab wann muss ich mir Sorgen machen. Sind Ego-Shooter gefährlich, „Kopfschuss-Boni“ moralisch verwerflich? Die Debatte um sogenannte „Killerspiele“ wurde vor einigen Jahren erbittert geführt und sie schwappt auch heute noch immer mal wieder in die Presse, meist im Zusammenhang mit Amok-Läufen und ähnlich furchtbaren Bluttaten.

Die Eltern-LAN, ein geniales Konzept

Es wird Zeit, die ganze Diskussion mal ein wenig zu versachlichen. Und, und jetzt wird es spannend, meine Mama hat immer gesagt, Du kannst nur sagen, dir schmeckt etwas nicht, wenn du es auch probiert hast. Nun, so pauschal würde ich das heute nicht mehr sehen, aber im Kern ist da etwas Wahres dran. Schaut man als Elternteil flüchtig ins Kinderzimmer und sieht, wie der Junior gerade einem Gegner den Schädel wegballert, hat man sich wohl fix eine Meinung zum Thema Ego-Shooter gemacht. Aber ist das fair? Worum ging es in dem Spiel, gibt es eine Story dazu, wie alt ist das Kind, wie explizit ist die Handlung. Seinen wir ehrlich, die meisten Eltern haben von der Spielewelt ihrer Kinder keinen Plan, und Lehrer und Erzieher auch nicht.
Wäre es nicht cool, wenn man, unter Anleitung von jemandem, der echt Ahnung davon hat, das selbst mal ausprobieren könnte? Ohne, dass das eigene Kind oder die eigenen Schüler einen auslachen, weil man eben noch nicht der perfekte Shooterspieler ist? Wäre es nicht cool, beim nächsten Mal „ins Kinderzimmer kommen“ mitreden zu können, auf Augenhöhe?

Tadaaaa – das ist, stark vereinfacht, das Konzept der Eltern LAN. Spielbar, das Online-Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema Computerspiele, der Spieleratgeber NRW des Vereins ComputerProjekt Köln e.V., und die Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW haben, mit Unterstützung des BITKOM, des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V., etwas großartiges auf die Beine gestellt. Die Eltern-LAN.

Wir in der Mediothek hatten bereits das Vergnügen eine solche Veranstaltung auszurichten, deshalb können wir hier auch nicht nur aus der Theorie berichten, sondern auch von der echten Praxis schreiben. Wir machen die Eltern LAN in den frühen Abendstunden, die nächste wird am 13. September um 18.30 Uhr beginnen, und es beginnt für uns und das Team des Spieleratgebers mit dem Aufbau der Geräte. Wir haben für jeden Teilnehmer einen eigenen Laptop zur Verfügung und bauen vor der Veranstaltung unser eigenes, kleines Netzwerk, eben das LAN, das „Local Area Network“ auf. Vorinstalliert sind zwei Games, einmal das, actionlastige, Autorennspiel Track Mania Nations forever und der Ego-Shooter Call of Duty – Modern Warfare. Der Abend beginnt dann mit einer kleinen Vorstellunsgrunde und dann gibt es erstmal ein sattes Paket an Informationen. Was sind Games, wie haben sie sich entwickelt, was sind Bindungsfaktoren, was Risiken, was Chancen. Keine Angst, das klingt zwar nach drögem Vortrag, ist es aber, dank der guten Referenten, zu keinem Zeitpunkt. Dann gibt es eine kurze Pause und dann geht es ans zocken.

Bei Track Mania geht es darum als erster ins Ziel zu kommen, ein Autorennspiel eben. Die Steuerung ist denkbar einfach, hier soll es um den Spielspaß und um das Gefühl der Rivalität mit den „Gegnern“ gehen. Spannend dabei ist die Tatsache, dass man eben nicht gegen Computerspieler fährt, sondern gegen die Menschen, die um einen herumsitzen.

Danach greifen die Teilnehmer dann zu den Waffen um im Ego-Shooter, also einem Kriegsspiel aus der „Ich-Perspektive“, „Call of Duty“ aufeinander loszugehen. Es werden zwei Team gebildet, je mehr Teilnehmer wir haben umso besser, und dann heißt es mit Taktik und Überlegung den Gegner auszuschalten.

Nach einem intensiven Renntag und Scharfschützenscharmützel gibt es eine kurze Pause und dann geht es nochmal in eine Gesprächsphase. Was ist die Faszination, wie habt ihr das Spielen erlebt und so weiter und so fort.

Nach knappen 4 Stunden, die aber wie im Flug vergangen sind, seid ihr alle um etliche Infos und Erfahrungen reicher und könnt mit diesem Rüstzeug ins nächste (Wort)-Gefecht mit Euren Kiddies ziehen. Nicht nur das, ihr habt ab diesem Abend eben nicht nur eine Meinung zum Thema, sondern eine fundierte. Und das ist etwas, was es auf jeden Fall wert ist, sich am Donnerstag, den 13. September um 18.30 Uhr zu uns in die Mediothek zu bewegen. Tickets gibt es für schlanke 5 Euro ab sofort am Service. 12 Teilnehmer brauchen wir mindestens, 30 höchstens. Also, nichts wie los, packt Euer Marschgepäck und meldet Euch bei Eurer Mediothek. Let`s play….

Euer Martin

 

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