Der Aufreger der Vorweihnachtszeit – Krefelder Weihnachtsmarkt 2018

Hallo zusammen,

heute wird es mal ganz persönlich und vorweihnachtlich. Ich arbeite zwar in der Mediothek Krefeld, und somit auch für die Stadt Krefeld, kann mir meine Meinung aber selbst bilden und schwöre Euch deshalb, was jetzt kommt, kommt von mir.

Das mit der Idee, sich eine eigene Meinung zu bilden, ist schon mal ein guter Einstieg in diesen Blogpost. Es geht um unseren Krefelder Weihnachtsmarkt. Dieses Jahr stand er, zumindest in der Diskussion um ihn, unter keinem guten Kometen, nicht mal unter einem guten Stern. Aber, fangen wir vorne an.

Ganz plötzlich tauchte in den sozialen Netzwerken eine Studie auf, man hatte Weihnachtsmärkte getestet und der Krefelder landete auf dem vorletzten Platz. Unattraktiv, einfallslos und nur Fressbuden. Nach einem etwas genaueren Blick kam dann heraus, diese „Studie“ war eine Zusammenfassung von Google- und Facebookbewertungen, nichts empirisches, nichts wirklich handwerklich sauberes und dann, und das ist ja dann schon fast wieder witzig, erschien diese Info auch noch BEVOR der Weihnachtsmark eröffnete. Mein Klassenlehrer hätte das Ding mit einem „Setzen. Sechs“ abgetan und gut wäre es gewesen.

Aber, so funktioniert die Welt heute nicht mehr. Die Presse griff das Thema auf, zunächst, sagen wir es wohlwollend, wenig reflektiert, und so begann eine Lehrstunde im Fach: Wie Facebookgruppen funktionieren ;).
Ich muss ein bisschen ausholen um es verständlicher zu machen. Ich arbeite jetzt seit 11 Jahren in unserer schönen Stadt und bin seit etwas über einem Jahr auch Krefelder Bürger. Ich bin beruflich nahezu 24/7 im Netz unterwegs, kenne viele Facebookgruppen, auch rund um andere Städte. Dieser Hang zum Bashing der eigenen Stadt ist mir noch nie so ins Auge gesprungen wie hier in Krefeld. Es scheint ein wenig so, als hätte man das rumnörgeln an allem, wirklich allem hier erfunden und kultiviert es seitdem sehr sorgfältig.

Es kam, was kommen musste, die Kommentarspalten füllten sich mit Negativem über den Weihnachtsmarkt. Nur Fressbuden, das Stadtmarketing ist unkreativ, lächerlich, man sollte sich schämen, peinlich und das schönste am Krefelder Weihnachtsmarkt sei die Tatsache, dass man von dort aus schnell am Bahnhof ist um nach Aachen zu fahren, dort sei ja noch ein richtiger Markt.

Fragte man dann konkret nach, ob die Beschwerdeführer denn schon mal in Krefeld vor Ort gewesen seien, kam meist keine Antwort mehr, oder ein „Brauch ich nicht, ist eh jedes Jahr der gleiche Mist“. Nun ja.
Seien wir ehrlich zu uns selbst, natürlich kann man den Krefelder Weihnachtsmarkt nicht mit dem Mördervent rund um den Aachener Dom vergleichen. Das will aber auch keiner. Wer sich tatsächlich mal ernsthaft auf den Krefelder Weihnachtsmarkt begibt findet dort was vor?

Nun, es gibt natürlich Gastrohäuschen, es gibt aber auch Fellhandwerk, Schmuck, Süßigkeiten, Musik und vieles mehr. Der Weihnachtsmarkt hat im Grunde zwei Teile, die sich rund um die Diokirche gruppieren. Kommt man aus der Innenstadt, geht es links auf den traditionellen Weihnachtsmarkt. Karussell, Bratwurst und Glühwein fehlen dort ebenso wenig wie Reibekuchen und Schmuck.

Läuft man dann durch die Diokirche gelangt man zum Teil „Made in Krefeld“. Eine völlig andere Atmosphäre, Stände mit lokalen Künstlern und Anbietern und eben so völlig anders als Trubel auf der anderen Seite.

Gospelkonzerte, Klavieraufführungen und vieles mehr rundeten in den vergangenen Tagen den Weihnachtsmarkt ab. Was soll ich sagen, ich war in meiner Mittagspause einige Mal mit Kolleginnen und Kollegen dort Essen, habe Abends ein Konzert besucht und fühlte mich rundum wohl. Man kommt mit Menschen ins Gespräch, die Krefelder Kunst- und Musikszene präsentiert sich, es gibt gute Speisen und, nach Dienstschluss, Getränke 😉 und ich habe mich dort immer sicher gefühlt.

Also, liebe Krefelder, schaut Euch den Weihnachtsmarkt bitte mal an, bevor ihr urteilt. Nehmt nette Menschen mit, genießt die Zeit, futtert Euch durch und macht diesen Markt einfach zu Eurem Markt. Ich finde viele Ideen super und freue mich darauf, wenn das Ganze im kommenden Jahr vielleicht noch etwas ausgebaut wird. Kritik, wenn sie sachlich ist, hört sicher auch das Stadtmarketing gern, es trägt zur Verbesserung bei, sinnfreie Pauschalverurteilungen und KrefeldBashing helfen keinem. Es ist schließlich unsere Stadt…habt alle eine gute Vorweihnachtszeit und ruhige Feiertage.

Euer Martin

 

55 Gedanken zu „Der Aufreger der Vorweihnachtszeit – Krefelder Weihnachtsmarkt 2018

      1. So ist es. Die Hetzer nutzen die Anonymität und den räumlichen Abstand. Schade finde ich nur, dass die Presse oft nicht so hinterfragt, bevor sie so etwas wiedergibt. 😥

  1. Martin – besser kann man unseren Weihnachtsmarkt nicht beschreiben! Sehr schön und ich kann Deine Aussagen nur bestätigen, da ich keine 100m entfernt wohne. Ich bin gerne dort!

    Wunderbarer Bericht – Danke

    1. Na, da hat aber einer nen Brass.
      Also, die Bilder sind natürlich NICHT alle von ähnlichen Standorten aufgenommen worden, sondern sowohl von der Rheinstraße als auch von den beiden Marktteilen. Über Geschmäcker lässt sich nicht streiten, wäre das Essen dort schlecht und würde mir nicht schmecken, wäre ich nicht so oft hingegangen.
      Zum Rindenmulch, er trägt zur Atmosphäre bei, wie barrierearm er ist, kann ich nicht einschätzen, beim Gospelkonzert habe ich aber Menschen im Rollstuhl und eine Person mit Langstock gesehen.
      Besoffene habe ich auf dem Markt bislang keine angetroffen, vielen Menschen mit guter Laune indes schon. Der Satz „Krefeld ist furchtbar“ unterstützt dann letztlich meine Aussage weiter oben im Text.
      q.e.d.
      In diesem Sinne, schöne Feiertage und viel Spaß mit der lebenden Krippe in Kempen….das Fass mache ich jetzt mal nicht auf 🙄
      Martin

      1. Ach Martin,

        schöner Vorname übrigens, der große Vorteil an einer Diskussion zwischen zwei erwachsenen, vernunftbedarften, Menschen ist ja die Tatsache, dass das Ergebnis nicht zwingend kongruent sein muss. Auch Argumente rund um die Qualität von Nahrungsmitteln sind hier ja nicht wirklich faktisch austauschbar. Es lohnt auch nicht. Wie zu Beginn des Artikels geschrieben, ist er eine Meinung, die es zu respektieren gilt, genauso respektiere ich auch die hier vorgetragene, Krefeld sei furchtbar, auch wenn sie von meiner abweicht und ich sie für polemisch und pauschalisierend halte. Aber so hat halt jeder seine Ansichten und das ist auch gut so. Zwei Tipps oder Bitten hätte ich dann noch zum Abschluss. Wenn das mit dem Rindenmulch tatsächlich so ein Problem ist, dann schreiben Sie doch bitte eine Mail an das Stadtmarketing oder rufen dort an ( https://www.krefeld.de/de/stadtmarketing/05-stadtmarketing/ ) , im Januar gibt es eine Feedbackrunde, da ist man für solche Hinweise sicher dankbar. Vielleicht wird die Mail dort eher gehört wenn sie sich Anreden wie „Die Knaller vom Stadtmarketing“ verkneifen und es eher sachlich probieren.
        Der zweite, gut gemeinte, Tipp ist noch simpler. Wenn Ihnen der Weihnachtsmark so gar nicht gefällt, sie Ihn ja vielleicht sogar, wie ganz Krefeld, furchtbar finden….dann gehen Sie halt nicht hin. Sicher freut man sich in Kempen über einen weiteren Gast, der die dortige Arbeit zu schätzen weiß.
        Viel Spaß auf welchem Markt auch immer, eine schöne Vorweihnachtszeit und angenehme Feiertage wünsche ich.
        Gruß
        Martin

      2. Sie haben direkt auf meinen Beitrag geantwortet, die Antwortstruktur gibt die Blogsoftware vor. Um höflich zu agieren brauche ich keinen Dienstherren, das hat etwas mit meiner Erziehung zu tun. Zum ganzen Rest nehme ich keine Stellung mehr, die Diskussion war mit der Feststellung der nicht deckungsgleichen Meinungen abgeschlossen. Die Weihnachstwünsche habe ich auch gesendet, in diesem Sinne mache ich jetzt hier final den Deckel drauf.
        Gruß, Martin

    1. Lieber Martin Kramer,
      Da sind Sie aber gut auf Ihren Namensvetter angesprungen. 😉
      Krefeld ist wirklich furchtbar. Zumindest partiell. Aber das ist jede Stadt, an irgend einer Stelle immer.
      Ihr Namensvetter scheint kein Besucher des Weihnachtsmarkt, weder des einen, originären noch des MiK zu sein.
      Das Angebot des klassischen Weihnachtsmarkt ist das, was man auf allen Weihnachtsmärkten Land auf und Land ab findet.
      Wäre das Essen tatsächlichach so schlecht wie Freund Martin es hier beschreibt, drängt sich mir die Frage auf „Woher die Schlangen an den Imbissbuden kommen?“
      An der Barrierefreiheit muss Ulrich Cloos wirklich noch etwas tun. RollstuhlFahrer habe ich einige auf dem MiK gesehen. Aber mit einem Rollator ist es auf Grund der kleinen Räder recht schwierig.
      Also, Martin, nennen wir ihn einmal „den Anderen“, scheint stark Krefeld geschädigt zu sein und wenig differenzieren zu können.
      Was nicht heißt, dass der Krefelder Weihnachtsmarkt nicht noch ausbaufähig wäre.
      Was schwer genug ist, da wir uns in NRW am Rande eines Ballungsraums befinden. Düsseldorf, Essen, Köln, CentrO, Duisburg sind mit ihren großen Weihnachtsmärkten und deren Specials wie z.B. dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in Essen, quasi vor der Tür.
      Man sollte den Krefelder Weihnachtsmarkt nehmen wie er ist.
      Zum geselligen Treffen nach der Arbeit oder um mal mit Freunden einen Glühwein oder einen gepflegten SchlehenGin zu trinken.

      Am Ende frage ich mich was die Menschen erwarten? Wer etwas besonderes will, muss eben etwas reisen und nach Aachen, Münster oder Nürnberg fahren.

      😉

  2. Also:
    Ich gehe am Rollator und ich wohne in sichtweise. Bin also häufiger dort! Natürlich ist der Rindenmulch nicht so Radfreundlich – aber es geht ohne große Probleme. Man muss es natürlich auch wollen *grins

    Deine Berichte „Martin No 2“ zeigen eine große negative Laune! Dann bleibe doch einfach in Kempen und pflege dort Deine Überheblichkeit weiter.

    Einen schönen restlichen Adventsonntag vom Krefelder Weihnachtsmarkt.

    Ach ja: Das Glas ist immer halb voll….

  3. Schmerzt das eigentlich sehr im Kopf Martin No 2, wenn man so negativ eingestellt ist? Außerdem: Die Pilonen an der Rheinstrasse stehen genau richtig. Denn nur von hier aus könnte ein Idiot „Anlauf“ nehmen – an meiner Haustüre vorbei. Über die anderen „offenen“ Zugangswege wohl kaum. Hoffe ich!!

    Wenn Du zur Stadt und dem Geschehen in meiner Stadt gute Vorschläge hast, dann solltest Du aktiv werden. Bürgervereine, Ehrenamt, soziale Arbeit oder die Politik.

    Mekkern kann jeder Hänfling und es hilft unter dem Strich keinem.

    Mein Martin No 1 – ich wünsche Dir einen schönen Abend. Ich ziehe mich hier raus, denn der Typ ist unerträglich. 😉

    1. Was geht denn hier ab? Ein polemisierender Troll mit einer schrecklich schlechten Laune am gemütlichen 3. Adventssonntag führt über weite Strecken Selbstgespräche mit wunderlichem Inhalt. Martin, ich wünsche Ihnen, kommen Sie aus ihrem Negativgespinst heraus und genießen Sie doch mal mit offenen Augen die liebenswerten Seiten unserer schönen Heimatstadt Krefeld.
      Das bleibt mein einziger Beitrag hier, denn meine These heißt:
      „Halte dich von negativen Menschen fern. Sie haben ein Problem für jede Lösung.“
      Ich wünschen Ihnen und uns allen eine schöne Vorweihnachtszeit.

    1. Krefeld möchte SUV Stadt No. 1 werden. Noch nie etwas von der Werbung: „Lieber SUV Fahrer. Fahrt nicht in den Wald. Kommt zu uns. Hier könnt ihr Euer Gefährt auch auf unebenen Straßen testen!“ gehört?

    1. Das stimmt so nicht. Im Umfeld haben wir eine Großstadt, in der sich die Bürger auch gerne „Deutzer“, „Ehrenfelder“ oder „Mülheimer“ nennen.

  4. Das Stadtmarketing hat mit dem Krefelder Teil doch kein schlechtes Händchen bewiesen. Es ist stimmig, gemütlich und auf Krefeld bezogen. Ich mag diesen Weihnachtsmarkt rund um die Kirche. Die Kids freuen sich schon im Vorfeld auf das traditionelle Reibekuchenessen, verbunden mit Karusellfahrten. Warum man vom eigentlichen Thema aber abweicht und generell gegen alles ist, was mit Kr beginnt – das ist mir definitiv ein Rätsel.

  5. Hallo zusammen,
    ich bin Kommunikationstrainerin und komme aus Krefeld. Deshalb gleich zwei Anmerkungen zum Artikel und Kommentarverlauf. Die Intension des Artikels teile ich, mir gefällt der Weihachtsmarkt auch, besonders der MiK Teil.
    Der Kommentarverlauf indes ist ein typisches Beispiel dessen, was ich „das Abarbeiten“ nenne. Für mich ist das sehr praktisch, ich kann den ganzen Verlauf prima für meine Vorträge nutzen. Hier wurde sehr viel richtig gemacht, man erkennt sehr gut, dass die, meist auf Facebook auftretende, Art sehr gut für die Mitleser aufgefangen wurde, ohne dabei selbst zu polemisieren. Im Moment des gänzlichen Abrückens vom Primärthema wurde die Diskussion, die ja im klassischen Sinne nie ein war, beendet. Für den weiteren Verlauf hier und für potenziell andere, Themainteressierte, gebe ich die Empfehlung dnftt heraus.
    Eine ruhige Weihnachtszeit wünsche ich allen Krefelderinnen, Krefeldern und anderen Lesern hier
    Susanne

    1. Hallo Susanne !
      Martin (N°2) hat einige Fragen zu einigen Dingen, der Stadt Krefeld, gestellt.
      Du hast zwar sehr interessante Sachen über dich erzählt, aber seine Fragen hast du nicht beantwortet,
      oder konntest du nicht ?

  6. Ich bin Kommunikationstrainerin
    teile ich
    was ich
    Für mich
    ich kann
    gebe ich die Empfehlung
    ich allen

    Toll Susanne, aber es interessiert hier niemanden !
    Helfe doch, bitte, den vielen anderen Städten, die auch solche Probleme haben.
    Da kommst du als, Kommunikationswissenschaftlerin, bestimmt groß raus.

    Die Schwaben würden sagen :
    Nit babble, macha !
    (auf Hochdeutsch : Nicht reden, machen)

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